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digital spring festival 2018

digital spring festival
„TRANSHUMANISM. Updates are available.“

Eine Initiative von ARGEkultur und subnet in Kooperation mit Center for Human-Computer Interaction, Universität Salzburg, Salzburger Kunstverein und FS1.

Sind wir nicht alle ein bisschen Cyborg?

Vom Herzschrittmacher zur, via Laser-OP, verbesserten Sehfähigkeit, vom besseren Ich in sozialen Medien bis zu gechippten Mitarbeiter*innen, vom Bordcomputer über Hörimplantate bis zur Prothese – man muss nicht gleich der Terminator sein, um zu erkennen, dass wir uns alle Stück für Stück Richtung Mensch-Maschine entwickeln. Egal ob es darum geht, vermeintlich Kranke oder angeblich Gesunde mit Funktionen auszustatten, die sie vorher nicht hatten – sollten nicht alle das Recht haben, ihre Körper so zu modifizieren, wie sie möchten? Oder hat damit der Kapitalismus, im Sinne der Selbstoptimierung, endgültig auf allen Ebenen des Seins gesiegt? Bis zu welchem Grad kontrollieren wir die Technik, und ab wann kontrolliert sie uns? Diese Fragen gehören nicht ins Feld der Science-Fiction, sondern beschäftigen uns ganz real seit fast 100 Jahren. Der Biologe Julian Huxley hat in den 1920ern als Erster ein vollständig transhumanistisches Ideensystem entwickelt, das durch Technologie und Fortschritt zur endgültigen Überwindung des Menschen als gebrechliches Wesen beitragen sollte. Nicht unerwähnt darf bleiben, dass Huxley ein Vertreter der Eugenik war, womit eine weitere Schattenseite dieser Entwicklung deutlich wird. Andererseits prophezeien radikale Transhumanist*innen nichts weniger als die digitale Unsterblichkeit. So soll es uns künftig gelingen, die Einheit von Körper und Geist vollständig aufzulösen und unsere Fähigkeiten und unsere Persönlichkeit zu digitalisieren. Ein Backup vom Ich.

Nach der ersten, erfolgreichen Ausgabe des digital spring 2016 setzt sich das biennale Medienkunstfestival 2018 mit der posthumanen Zukunft des Menschen und mit seiner zunehmenden Verschmelzung mit Maschinen auseinander. Über diskursive wie künstlerische Programmpunkte werden Chancen und Risiken, welche der Transhumanismus für die Gesellschaft birgt, erforscht und präsentiert.

Ende November wählte die Jury (Cornelia Anhaus, Festivalleitung digital spring | Séamus Kealy, Direktor Salzburger Kunstverein | Martin Murer, Senior Scientist, Center for Human-Computer Interaction, Universität Salzburg | Marius Schebella, Vereinsobmann subnet & Researcher MultiMediaArt, FH Salzburg) aus 34 internationalen Einreichungen zehn Projekte und erstmals ein Arbeitsstipendium aus, die sich mit den Entwicklungen und Konsequenzen dieser Zukunftsperspektiven beschäftigen. Die erstmalig erfolgte Ausschreibung eines Arbeitsstipendiums für Medienkunst des Landes Salzburg wurde von der Jury an das Duo APNOA (Sebastian Drack und Tobias Feldmeier) vergeben.

Das Festivalteam und die Künstler*innen laden mit dem heurigen Motto für einen kompakten Zeitraum von sechs Tagen auf kluge wie humorvolle, innovative wie beeindruckende, poetische und ästhetische Weise ein, die eigenen Grenzen zu überwinden und die Sinne zu erweitern, sowohl mental als auch physisch. Load up your mind and the rest will follow – willkommen beim zweiten digitalen Frühling in Salzburg!

Cornelia Anhaus,
Leitung digital spring festival

digital spring festival 2018

www.digitalspring.at

Editorial english version

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Programm digital spring festival 2018

Jeff Thompson (USA) „Parasitic Computer“
Medienkunst

Jeff Thompson (USA) „Parasitic Computer“

Installation. Ausstellungsdauer: Mi, 14.03. bis Fr, 16.03., tgl. ab 12:00 Uhr. Salzburger Kunstverein | Eintritt frei

Das Versprechen des Transhumanismus ist geprägt durch eine mensch-orientierte Positivität: Unsere Körper werden nahtlos mit vernetzten Computern verschmelzen, und kleine Maschinen werden in uns sein und durch uns hindurchfließen. Da Computer kleiner werden und sich vermehren, versucht dieses Projekt die unvermeidlichen Nebenprodukte menschlicher Aktivität zu erforschen: Viren und Parasiten, die sich von unserem Abfall und unseren Körpern ernähren. Jeff Thompson entwickelt diese außergewöhnliche Arbeit eigens für das digital spring festival.

Robert B. Lisek (PL) „MINOTAUR [club]“
Medienkunst

Robert B. Lisek (PL) „MINOTAUR [club]“

Installation Game.

Robert B. Lisek ist ein Künstler, Mathematiker und Komponist, der sich mit Systemen und Prozessen (rechnerisch, biologisch, sozial) beschäftigt. Er ist an mehreren Projekten über radikale Kunststrategien, Hacktivismus und Tactical Media beteiligt. Seine Arbeit schöpft aus Conceptual Art, Software Art und Meta-Media und ist so absichtlich unmöglich zu kategorisieren. Lisek ist ein Pionier der Kunst, die auf Künstlicher Intelligenz und Maschinellem Lernen basiert. „MINOTAUR [club]“ wurde von ihm eigens für das digital spring festival entwickelt.

APNOA (A/D) „The Real Fake Fake News Bot“
Medienkunst Ausstellung

APNOA (A/D) „The Real Fake Fake News Bot“

Installation. Ausgezeichnet mit dem Arbeitsstipendium „Medienkunst“ 2017, Land Salzburg. Ausstellungsdauer: Mi, 14.03. bis So, 18.03., tgl. ab 18:30 Uhr.

„The Real Fake Fake News Bot“ ist eine roboterhafte AV-Installation, die sich Fehlinformationen im Internet zu Nutze macht und diese Daten innerhalb einer poetischen Methodik in noch sinnfreiere Inhalte verwandelt.

Astrit Ismaili (Kosovo) „The New Body“
Medienkunst

Astrit Ismaili (Kosovo) „The New Body“

Performance.

Inspiriert vom Interesse Astrit Ismailis an Identität und der Politisierung des Körpers, kreiert er mit „The New Body“ einen Körper, der über seine natürlichen Kapazitäten hinausgeht und neue Zugangsformen schafft – einen Körper, der über seine übliche Funktion als Austragungsort für Debatten über Rasse, Identität, Ethnizität, Geschlecht, Sprache und Klassenpolitik hinauswächst. Die u. a. für das digital spring festival entwickelte Arbeit wird zuerst in Form einer Live-Performance und in den Tagen danach als Video-Hologramm präsentiert werden.

Miriam Schmidtke (D) „Our sleep is more fragile than we are“
Medienkunst

Miriam Schmidtke (D) „Our sleep is more fragile than we are“

Performance-Installation.

Der Schlaf ist trotz aller Anstrengungen und moderner Forschungsmethoden bis in die heutige Zeit noch nicht vollständig erkundet. Die Wissenschaft versucht das menschliche Urbedürfnis nach Schlaf zu überwinden und steht mit ihren Bemühungen noch immer am Anfang. Unser Schlaf ist die letzte fragile Bastion, die wir gegen die Optimierungsabsichten unserer Gesellschaft zu schützen haben – davon erzählt die Performance-Installation „Our sleep is more fragile than we are“.

Günther Friesinger (A) „Über unsere kurze, aber intensive Zukunft als Cyborgs“
Vortrag Medienkultur Diskussion

Günther Friesinger (A) „Über unsere kurze, aber intensive Zukunft als Cyborgs“

Vortrag & Diskussion mit den beteiligten KünstlerInnen des digital spring festival openings. In englischer Sprache.

Impulsreferat und Artist Talk mit Günther Friesinger, APNOA (Sebastian Drack & Tobias Feldmeier), Astrit Ismaili, Robert B. Lisek, Miriam Schmidtke & Jeff Thompson zum Motto des digital spring festival 2018 „TRANSHUMANISM. Updates are available.“

Robert B. Lisek (PL) „MINOTAUR [club]“
Medienkunst

Robert B. Lisek (PL) „MINOTAUR [club]“

Installation Game.

Robert B. Lisek ist ein Künstler, Mathematiker und Komponist, der sich mit Systemen und Prozessen (rechnerisch, biologisch, sozial) beschäftigt. Er ist an mehreren Projekten über radikale Kunststrategien, Hacktivismus und Tactical Media beteiligt. Seine Arbeit schöpft aus Conceptual Art, Software Art und Meta-Media und ist so absichtlich unmöglich zu kategorisieren. Lisek ist ein Pionier der Kunst, die auf Künstlicher Intelligenz und Maschinellem Lernen basiert. „MINOTAUR [club]“ wurde von ihm eigens für das digital spring festival entwickelt.

Miriam Schmidtke (D) „Our sleep is more fragile than we are“
Medienkunst

Miriam Schmidtke (D) „Our sleep is more fragile than we are“

Performance-Installation.

Der Schlaf ist trotz aller Anstrengungen und moderner Forschungsmethoden bis in die heutige Zeit noch nicht vollständig erkundet. Die Wissenschaft versucht das menschliche Urbedürfnis nach Schlaf zu überwinden und steht mit ihren Bemühungen noch immer am Anfang. Unser Schlaf ist die letzte fragile Bastion, die wir gegen die Optimierungsabsichten unserer Gesellschaft zu schützen haben – davon erzählt die Performance-Installation „Our sleep is more fragile than we are“.

Astrit Ismaili (Kosovo) „The New Body“
Medienkunst

Astrit Ismaili (Kosovo) „The New Body“

Performance.

Inspiriert vom Interesse Astrit Ismailis an Identität und der Politisierung des Körpers, kreiert er mit „The New Body“ einen Körper, der über seine natürlichen Kapazitäten hinausgeht und neue Zugangsformen schafft – einen Körper, der über seine übliche Funktion als Austragungsort für Debatten über Rasse, Identität, Ethnizität, Geschlecht, Sprache und Klassenpolitik hinauswächst. Die u. a. für das digital spring festival entwickelte Arbeit wird zuerst in Form einer Live-Performance und in den Tagen danach als Video-Hologramm präsentiert werden.

Thementag „Der Homo Ludens als physisch-digitaler Hybrid“
Vortrag Diskussion Workshop

Thementag „Der Homo Ludens als physisch-digitaler Hybrid“

U. a. mit Game Jam mit Florian Jindra & Bernhard Maurer, Vortrag Michael Lankes, qujOchÖ. Center for Human-Computer Interaction (HCI), Studio 3 | Eintritt frei

An diesem Tag des digital spring festivals werden Spiele zwischen virtuellen und physischen Welten geschaffen, gespielt und diskutiert. Der entstehende Raum hybrider Interaktionen versucht, die Grenzen zwischen Physischem und Digitalem durch alternative Formen von Körperlichkeit im Spiel neu zu definieren.

qujOchÖ (A) „MYTHOS VON THEUTH“
Medienkunst Kulturvermittlung

qujOchÖ (A) „MYTHOS VON THEUTH“

Brettspiel-Performance feat. u. a. Davide Bevilacqua, Eva Maria Dreisiebner, Thomas Philipp. Center for HCI, Studio 3 | Eintritt frei

MYTHOS VON THEUTH ist eine spielerisch-performative Umsetzung einer intensiven Beschäftigung mit Medientheorien der letzten Jahrhunderte. Das Linzer Kunstkollektiv qujOchÖ bietet mit diesem interdisziplinären Projekt an der Schnittstelle zwischen Kunst, Wissenschaft und Spiel eine ludologische Reflexion zu Medientheorien von Platon über Lessing und Nietzsche bis hin zu Donna Jeanne Haraway, Sadie Plant und Sybille Krämer.

monochrom (A) „Roboexotica Salzburg“
Medienkunst

monochrom (A) „Roboexotica Salzburg“

Teilnehmende Roboter: Amalettomat (Zwax), In Your Face (Reinhard Sprung) und der Spritzerbot (monochrom feat. Thomas Preindl).

Die Roboexotica ist ein Projekt, dass sich seit seiner Gründung 1999 mit Fragen zu Transhumanismus auseinander setzt. Mit der Roboexotica präsentieren monochrom, SHIFZ und das Bureau für Philosophie auf spielerische Weise die ideale, barrierefreie Option um komplexe Themenfelder der Medienkunst im Kontext von Medientheorie und Technik zu vermitteln, praktisch und theoretisch darzustellen und in angemessenem Rahmen zu diskutieren.

„Boxblitz“
Medienkunst

„Boxblitz“

Boxkampf mit Andreas Pils aka Andy Candy & Michael Hackl aka Hackl the Knuckle. Ringsprecherin: Miriam Mone aka Mimu Merz.

Realität, die zum Comic wird. Dreidimensionale Bilder der Treffer im Ring brennen sich als Nachbild in die Augen des Publikums. Das Spektakel eines echten Kampfes so nah und so echt, wie es nur sein kann. Technisch überhöht und überdramatisiert, reißt es die ZuseherInnen in die Unmittelbarkeit, es gibt keine Chance, einen Schlag zu verpassen, weil man nur die Treffer sieht.

Cid Rim (LuckyMe, Affine Records/A) Live | Blypken (RO)
Medienkunst Elektronische Musik Roter Salon

Cid Rim (LuckyMe, Affine Records/A) Live | Blypken (RO)

Roter Salon Spezial (No. 113) „digital spring edition". Support: Apnoa (A/D) „simas“ , Robert B. Lisek (PL). AV-Performances. DJ: altberg (drowne records).

Im Herbst 2017 veröffentlichte Cid Rim (LuckyMe, Affine Records) sein lang erwartetes Debütalbum „Material“, zudem hat er in den letzten Monaten eine neue Live-Show entwickelt. Dabei wird er von einem brandneuen LED-Lichtkonzept von Visual Artist Clemens Haas umgeben. Verstärkung erhält der Meister der Intensität u. a. vom Wunderkind des „neurowave“ Blypken. „Ein elektronisches Musikerzeugnis, das zwischen Glitches und Beats die Avantgarde der Schaltkreise und Netzwerkkabel schon fast mehrdimensional neu definiert.“ (ARTNOIR Musik Magazin)

Astrit Ismaili (Kosovo) „The New Body“
Medienkunst Ausstellung

Astrit Ismaili (Kosovo) „The New Body“

Installation.

Inspiriert vom Interesse Astrit Ismailis an Identität und der Politisierung des Körpers, kreiert er mit „The New Body“ einen Körper, der über seine natürlichen Kapazitäten hinausgeht und neue Zugangsformen schafft – einen Körper, der über seine übliche Funktion als Austragungsort für Debatten über Rasse, Identität, Ethnizität, Geschlecht, Sprache und Klassenpolitik hinauswächst. Die u. a. für das digital spring festival entwickelte Arbeit wird zuerst in Form einer Live-Performance und in den Tagen danach als Video-Hologramm präsentiert werden.

Robert B. Lisek (PL) „MINOTAUR [club]“
Medienkunst

Robert B. Lisek (PL) „MINOTAUR [club]“

Installation Game.

Robert B. Lisek ist ein Künstler, Mathematiker und Komponist, der sich mit Systemen und Prozessen (rechnerisch, biologisch, sozial) beschäftigt. Er ist an mehreren Projekten über radikale Kunststrategien, Hacktivismus und Tactical Media beteiligt. Seine Arbeit schöpft aus Conceptual Art, Software Art und Meta-Media und ist so absichtlich unmöglich zu kategorisieren. Lisek ist ein Pionier der Kunst, die auf Künstlicher Intelligenz und Maschinellem Lernen basiert. „MINOTAUR [club]“ wurde von ihm eigens für das digital spring festival entwickelt.

Fanko (D) „EXPOSITION“
Theater Medienkunst

Fanko (D) „EXPOSITION“

Installation - Performance - Theater.

„EinBlicke in Realität aus Irrealität. Ein Netz von voyeuristischen Medien fesselt, chaotisiert, lässt allein zurück. Stimmen verstummen und es sprechen Bilder, Menschen, die zu Profilen werden. Dein Leben in meinem Auge.“ Ein Zusammenspiel von Klängen und Worten mit den Gedanken und Formen eines nimmergleichen Raumes. Texte: u. a. von Anna Seeberger und Iman Tekle. Musik: Andreas Posch.

Astrit Ismaili (Kosovo) „The New Body“
Medienkunst Ausstellung

Astrit Ismaili (Kosovo) „The New Body“

Installation.

Inspiriert vom Interesse Astrit Ismailis an Identität und der Politisierung des Körpers, kreiert er mit „The New Body“ einen Körper, der über seine natürlichen Kapazitäten hinausgeht und neue Zugangsformen schafft – einen Körper, der über seine übliche Funktion als Austragungsort für Debatten über Rasse, Identität, Ethnizität, Geschlecht, Sprache und Klassenpolitik hinauswächst. Die u. a. für das digital spring festival entwickelte Arbeit wird zuerst in Form einer Live-Performance und in den Tagen danach als Video-Hologramm präsentiert werden.

Kollektiv Okabre (A) „Night of the Living Dead“
Medienkunst Konzert

Kollektiv Okabre (A) „Night of the Living Dead“

Echtzeit-Filmvertonung des Horror-Kultfilms von George A. Romero.

Kollektiv Okabre vertont den Klassiker von 1968 mit Vocals, Effekten, Gitarre, Bass, Drums, Synths, Marxophon, Theremin, Electronics und verstärkten Objekten. Das Konzept der Instrumentierung und die Ausführung befeuern alle Sinne der ZuseherInnen und schaffen Raum für einen Weg, den Verstand als Werkzeug und das Herz als Taktgeber zu begreifen. Um die Gegenwart zu feiern wird die Live-Aufnahme in Rohfassung im Anschluss an das Konzert den BesucherInnen kostenlos zur Verfügung gestellt.