ARGEkultur Logo
ARGEkultur Logo
21., 22., 23. Februar 2019, 20:00 Uhr

AUTOS von Enis Maci

Regie: Franz-Xaver Mayr | Uraufführungsinszenierung | Stückeinführung um 19:30 Uhr

Theater Koproduktion mit Schauspielhaus Wien
AUTOS von Enis Maci am 21.02.2019 um 20:00 Uhr
Foto © Matthias Heschl

Eine Frau, ein Mann, ein Auto. Eine Spazierfahrt? Oder eine Fahrstunde? Wie stehen die beiden Menschen zueinander? Orte und Begebenheiten am Straßenrand konfrontieren sie mit teils verdrängten Erinnerungen. Die Fahrt führt zunächst zu einer Grundschule, welche die Frau als Kind besuchte – daneben befindet sich eine psychiatrische Praxis. Dort versuchte vor langer Zeit der Vater, die Schmerzen der Vergangenheit zu lindern. Im Radio laufen Berichte, Interviews, Musik und fließen mit der Gedankenwelt der beiden Passagiere zusammen, kontrastieren oder beflügeln deren Fantasien. Immer mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Realität und Imagination.

Die junge Autorin Enis Maci (geb. 1993 in Gelsenkirchen) – in der Fachzeitschrift ‚Theater heute‘ jüngst gewählt zur ‚Nachwuchsdramatikerin des Jahres‘ – erzählt einen rätselhaften Reigen von Begebenheiten innerhalb des Autos und am Straßenrand, Fragmente von Biografien. Ihr neues Stück spannt einen Bogen über mehrere Generationen einer Familie, untersucht deren Verletzungen und Traumata – und beschäftigt sich vor allem mit einer der Urzellen des Theaters schlechthin: dem Topos des Verrats. Mit fast antiker Sprachgewalt fragt Enis Maci danach, was es bedeutet, wenn Familien zerbrechen. Was heißt es, wenn jemand sich von der eigenen Herkunft emanzipieren möchte?

  • Schauspiel Johanna Baader, Simon Bauer, Steffen Link, Vassilissa Reznikoff, Sebastian Schindegger
  • Autorin Enis Maci
  • Regie Franz-Xaver Mayr
  • Bühne & Kostüme Korbinian Schmidt
  • Maske Inge Schra
  • Musik Matija Schellander
  • Dramaturgie Tobias Schuster
  • Regieassistenz Johanna Mitulla

Eine Produktion des Schauspielhauses Wien in Koproduktion mit der ARGEkultur Salzburg. Im Rahmen des »Arbeitsateliers« in Kooperation mit dem DRAMA FORUM von uniT Graz und dem Deutschen Literaturfonds e.V.

Termine

  • Uraufführung am 12. Jänner 2019 im Schauspielhaus Wien
  • Salzburg-PREMIERE am Donnerstag, 21. Februar 2019, 20:00 Uhr
    Weitere Vorstellungen: Freitag, 22. und Samstag, 23. Februar 2019, jeweils 20:00 Uhr
  • Stückeinführungen jeweils um 19:30 Uhr
  • Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung am 22. Februar
  • Workshop für Schüler*innen zur Produktion AUTOS am 22. Februar
    Leitung: Franz-Xaver Mayr. In Kooperation mit der Arbeiterkammer Salzburg.
  • Enis Maci liest am 23. Februar aus ihrem aktuellen Essayband EISCAFÉ EUROPA.
Mayr und dem starken Ensemble gelingt es, in schwarzen, bodenlangen Kleidern zwischen archaischer Grausamkeit und katholischem Deflexionsgestus, die zahllosen Beziehungsstränge entlang der von Süddeutschland durch Österreich führenden steilen Straße menschlicher Grausamkeiten hochmusikalisch aufeinanderprallen zu lassen.
Wiener Zeitung
Das Ganze hat eine leise, wunderbare Komik, die darauf beruht, dass die allerentsetzlichsten Geschichten zart und doch ungerührt erzählt werden. Gleichzeitig hat es den tiefen Ernst und die Rätselhaftigkeit eines heiligen Rituals.
Nachtkritik
Regisseur Franz-Xaver Mayr verwandelt die absurde Poesie der Vorlage in eine schwarzhumorige Messe.
Mottingers Meinung
Regisseur Franz-Xaver Mayr lässt seine Inszenierung mit langen Elektromusik-Passagen (Matija Schellander) an- und ausklingen und das fünfköpfige Ensemble, dem auch eine Sängerin angehört, häufig singen oder chorisch sprechen. Aber auch wenn die Schauspielerinnen und Schauspieler mal solistisch agieren und in Rollen schlüpfen, treten sie doch stets als Gruppe auf, die nicht für sich, sondern für die Gesellschaft steht. (...) Dass sich Macis auf den ersten Blick eher lapidare Sprache so viele rhythmische Variationen abgewinnen lassen, spricht nicht nur für die inspirierte Inszenierung, sondern auch für das dramatische Potenzial des präzise gearbeiteten Textes. (...) Man wird sich den Namen Enis Maci merken müssen.
Süddeutsche Zeitung

Enis Maci

Geboren 1993 in Gelsenkirchen, hat Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Kultursoziologie an der London School of Economics studiert. 2010 erhielt sie den Förderpreis des Literaturbüros Ruhr. Das Stück LEBENDFALLEN entstand im Rahmen der Schreibwerkstatt FLUCHT, DIE MICH BEDINGT am Maxim Gorki Theater Berlin. Ihr Stückentwurf MITWISSER wurde mit dem Hans-Gratzer-Stipendium 2017 ausgezeichnet und 2018 am Schauspielhaus Wien uraufgeführt. Für das Stück wurde sie in der Kritiker*innen-Umfrage der Fachzeitschrift ‚Theater heute’ (Stückabdruck in der Ausgabe 06/2018) zur Nachwuchs-Autor*in 2018 gewählt. In der Spielzeit 2018/2019 ist Maci Hausautorin am Nationaltheater Mannheim.

Im Oktober 2018 ist ihr Essayband EISCAFÉ EUROPA bei Suhrkamp erschienen, in dem sie, nach Möglichkeiten des Widerstands in unserer Gegenwart fragend, Außerordentliches mit Alltäglichem, Privates mit Politischem überkreuzt.

Franz-Xaver Mayr

Geboren 1986 in Hallein, studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und Regie an der Zürcher Hochschule der Künste. Inszenierungen am Schauspielhaus Wien, am Burgtheater Wien, am Deutschen Theater Berlin, am Theater Luzern, am Schauspielhaus Graz und am Theater Basel. 2017 wurde er für seine Arbeit am Schauspielhaus Wien – DIESE MAUER FASST SICH SELBST ZUSAMMEN UND DER STERN HAT GESPROCHEN, DER STERN HAT AUCH WAS GESAGT von Miroslava Svolikova – für den Nestroy-Preis in der Kategorie Nachwuchs-Regie nominiert. Mit AUTOS zeigt er zum ersten Mal eine größere Schauspielproduktion in seiner Heimatstadt Salzburg.

Demnächst