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ALPTRAUM. DAS LETZTE ABENTEUER von Manuel Lobmaier

Film und Diskussion

creativeALPS Medienkunst Eine Koveranstaltung mit dem Bergfilmfestival in Kooperation mit alm-at – Almwirtschaft Salzburg
ALPTRAUM. DAS LETZTE ABENTEUER von Manuel Lobmaier am 22.05.2019 um 20:00 Uhr
Foto © Parasol Filmproduktion
Mittwoch
Studio
bestuhlt (freie Platzwahl)

Einmal eine Auszeit nehmen und die Natur spüren. So die Vorstellung der beiden Jugendfreunde Manu und Robin. Mit viel Enthusiasmus, einer Kamera und einem Handbuch im Gepäck wagen die beiden das Abenteuer Alp. Das Ziel: Ihre alte Freundschaft wiederzubeleben, Freiheit zu finden und dazu zusammen einen Film über den gemeinsamen Alpsommer zu drehen. Doch die unbarmherzige Natur, Rivalitäten um die Schafhirtin der Nachbaralp, Krankheit und Tod von Tieren lassen den Traum dahinschmelzen. Herausgekommen ist ein Alpfilm ohne geschmückte Kühe und Schweizerkreuze, schonungslos, mit viel Wucht, ehrlich – und manchmal einfach zum Schießen komisch. – Im Anschluss an den Film findet ein Publikumsgespräch mit Silvester Gfrerer, Obmann des Salzburger Alm- & Bergbauernvereins sowie Bundesrat des Landes Salzburg, und einem Almbauern aus dem Salzburger Land statt.

In der von Jens Badura moderierten Diskussion soll die Funktion und Bedeutung der Almwirtschaft für die Berggebiete thematisiert und die Motivationen und Herausforderungen der Almbäuer*innen heute angesprochen werden - im Spannungsfeld von Realität und Klischee. Die Veranstaltung wird begleitet von einer kleinen Verkostung, die den Geschmack der Berge in Verbindung bringt mit den konkreten Arbeitsbedingungen, die die Herstellung der entsprechenden Produkte bestimmen.

creativeALPS

22.-24.5.2019

Die Alpen ästhetisch und dialogisch zu vermessen, neue Narrative für ihre Entwicklung zu erfinden und sie so als Lebensraum jenseits von Klischeezone und Sehnsuchtskatalysator zukunftsfähig zu machen: Das ist das Ziel der Initiative creativeALPS. Im montan-urbanen Dialog und an der Schnittstelle von Kunst, Politik, Wissenschaft, Creative Economies und kulturinduzierter Regionalentwicklung wird dazu der Resonanzraum für ein Neudenken alpiner Belange geschaffen.
Die ARGEkultur leistet – in Kooperation mit dem Bergfilmfestival und dem Literaturfest Salzburg – einen Beitrag dazu, filmisch, literarisch und musikalisch.

Almwirtschaft Salzburg

Übersicht & Infos

ALPTRAUM. DAS LETZTE ABENTEUER

Ein Ort der Freiheit
Die Alp ist für mich immer Sinnbild gewesen für eine seltsame Freiheit.

Um die Freundschaft mit meinem Jugendfreund aufzufrischen haben wir einen schon lange gehegten Plan endlich in Angriff genommen. Zusammen eine Alp machen – welch ein schöner Ort, um glücklich zu sein! Um in der Natur zu sein, zusammen Musik zu machen und Kühe zu hüten. Mit dieser Idee fing der Alptraum an.

Die Erinnerungen an diesen Sommer auf der Wildfluhalp sind bunt und wirr. Wie wir uns vor der Kamera selbst inszenierten, lustig am Anfang, und wie dann alles immer ernster wurde. Wie wir uns am Schluss vor laufender Kamera gestritten haben und unser Rechthabebedürfnis via Kamera ausgetragen haben. Inszeniertes vermischte sich mit dokumentarischem.

Abenteuer zeichnen sich aus meiner Sicht dadurch aus, dass eine innere oder äußere Sicherheitsgrenze überschritten wird. Das ist unangenehm und schmerzlich. Das andere sind wohl Pseudo-Abenteuer, wie ich feststellen musste.
Wir erlebten, wie ein geplantes Pseudo-Abenteuer zu einem echten wurde. Und wie auch eine fünfzehnjährige Freundschaft an der erbarmungslosen Gefühlswetterlage des Kosmos Alp zerbrechen kann.

Das erste Fazit des Alpsommers erscheint trist: Die Natur war uns zum Gegner geworden, die Tiere zur Pflicht und der beste Freund zum Feind. Nie zuvor hatte ich eine Erfahrung gemacht die der eines Gefängnisses näher kam. (Anmerkung von Manuel Lobmaier, Autor & Protagonist)

Ein anderer Alpfilm?

Als ich Ende September wieder im Tal war, hatte ich die unzähligen DV-Kassetten mit dem Videofootage des Alpsommers im Gepäck. Doch ich entbehrte jeglicher Lust mich nochmals mit diesem Sommer zu beschäftigen.

Ein Heimatfilm, dem die Sicherung durchgebrannt ist ... bisweilen unglaublich lustig.
GIONA A. NAZZARO, Visions du Réel

Erst später – nach dem zweifelhaften Genuss eines Alpfilmes, wo weder der bärtige glückliche Senn noch die geschmückte Kuh fehlte – fasste ich den Entschluss: Ich würde aus meinen Aufnahmen des Alpsommers den damals grob geplanten und nie realisierten Film schneiden.

Mein Wunsch war es, meine subjektive Erinnerung an den Alpsommer möglichst authentisch wiederzugeben, manchmal gestützt auf die Notizen meines Alptagebuchs, das ich damals geführt hatte – im Bewusstsein dass Erinnerungen ihrem Wesen nach niemals ganz objektiv sind und der Film, wenn ihn mein Jugendfreund erzählt hätte, möglicherweise ganz anders herausgekommen wäre. (Manuel Lobmaier, Regisseur)

www.alptraum-film.ch

ALPTRAUM - Das letzte Abenteuer
Doku-Fiction, Tagebuch (Drama, Komödie, Abenteuer)
Schweiz 2016, 88 Min.
Sprache: Schweizerdeutsch
Untertitel: Französisch & Englisch

Cast

  • Manuel Lobmaier Manuel Lobmaier
  • Robin Locher Robin Locher
  • Johanna Flora Klein
  • Voice Jann Dominique

Crew

  • Autor, Regie Manuel Lobmaier
  • Produktion Parasolfilms GmbH
  • Produzenten Steve Walker, Markus Heiniger
  • Kamera Manuel Lobmaier, Robin Locher
  • Schnitt Stephan Heiniger, Manuel Lobmaier
  • Musik Stimmhorn, Daniel Blatter, Joe Volk
  • Tonmischung Peter von Siebenthal
  • Color Grading Peter Guyer (Rec TV), Ueli Müller
  • Grafik, Animation Cyril Delachaux (Division Video)
  • Schnitt Beratung Steve Walker, Markus Heiniger, Kevin Schlosser
  • Trailer Schnitt Manuel Lobmaier, Kevin Schlosser
  • Produktionsassistenz Remo Krieg, Mijana de Rosa, Juliette Kettler
  • Übersetzung Französisch Myriam Wahli
  • Untertitel französische Dialoge Kevin Schlosser
  • Filmverleih MovieBiz Films

Eine Produktion der PARASOL FILMPRODUKTION GmbH) mit Unterstützung von BAK Bundesamt für Kultur, Berner Filmförderung, SUISA, Movie Biz Films, Filmhaus Bern, Kulturförderung Kanton Wallis

Hintergrund-Informationen

WILDFLUHALP: Der Name der Alp ist erfunden. Die Angaben zur Alp sind real.
400 Hektaren Weideflächen zwischen 1.600 und 2.700 m.ü.M
3 Hirtenhütten
235 Kühe, Rinder und Kälber
1 Stier
26 Kilometer auf- und abzubauender Zaun
5.117 im Gelände versteckte Zaunpfosten
51,5 Rollen Zaundraht
1 liebenswürdiger aber nichtsnutziger Hütehund
4 Bio-Hühner
1 Alphandbuch
2 Hirten
1 hübsche Nachbarhirtin

... an epic, ‚must see‘ film, showing a side of mountain life that many of us in urban settings don't often get to observe!
Magazin LIVING IN NYON
Zurück zur Natur – dieser schöne Traum zerschellt an einer Realität, härter als die Felsen auf der Alp.
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