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21.04.2021

40 JAHRE argeBOT!

Von 21. bis 30.04. online unter www.argekultur.at

Medienkunst
40 JAHRE argeBOT! am 21.04.2021

Fein sortiert und gepflegt lagern in den Büros der ARGE-Mitarbeiter*innen eine Fülle an Dokumenten, die die Entstehung der ARGEkultur aus der politischen Bewegung für alternative Kulturräume in der Stadt bezeugen. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der ARGEkultur hat der argeBOT ein paar Nachhilfestunden in Geschichte genommen. Er hat Protestbriefe gelesen, Ansuchen und Konzeptpapiere studiert, fand lose Zettelchen und fundierte Artikel in alten Kunstfehler-Ausgaben. Wann wurde der Verein gegründet? Was ist auf der ‚Bunten Demo‘ passiert? Und was hat es mit der polizeilichen Niederschrift auf sich?

All das könnt ihr im argeBOT-Archiv nachlesen!

Vom 21. bis 30.4. begegnet euch der argeBOT als kleiner Roboter auf der Startseite der ARGEkultur. Wenn ihr unten rechts auf das kleine Bildchen klickt, öffnet sich ein Chatfenster und ihr könnt mit dem argeBOT chatten.

Das von der ARGEkultur produzierte, langfristig angelegte, experimentelle Projekt ist interdisziplinär konzipiert und operiert an der Schnittstelle der Bereiche Medienkunst, Text und Diskurs sowie Vermittlung.

Der argeBOT ist ein subjekthaftes Wesen. Er kommuniziert schriftlich mit jedem*jeder, der*die das Gespräch mit ihm sucht. Er eignet sich für einen kleinen Chat ebenso wie für ein langes und tiefgründiges Gespräch über gesellschaftspolitisch relevante Themen.

Auf technischer Ebene besteht der argeBOT aus einer Software (der Programmiersprache Python), die Texte lesen und dadurch lernen kann – eine künstliche Intelligenz also. Sein Textkorpus wird von uns kuratiert - pro Jahr laden wir ca. dreißig Künstler*innen ein, dem BOT ihre wichtigsten Bühnentexte zur Verfügung zu stellen. Diese Texte fließen in den Wortschatz des BOTs ein und sind als dessen Hintergrundarchiv jederzeit für die Nutzer*innen einsehbar. Vom Gespräch mit dem BOT können die Nutzer*innen also direkt auf die Quelltexte dieses Gesprächs zugreifen. Sie treten so direkt in Kontakt mit den Arbeitsprozessen der Künstler*innen und den konkreten Inhalten, die diese Künstler*innen auf den Bühnen der ARGEkultur verhandeln. Über das Gespräch mit dem BOT betritt man sozusagen den inneren Diskursraum der ARGEkultur.

Im September 2019 und im Januar 2020 erlebte der argeBOT erste öffentliche Testphasen als Installation im Foyer der ARGEkultur. Nach Auswertung der dabei entstandenen ersten Gespräche mit Nutzer*innen wurde der BOT überarbeitet und weiterentwickelt. – Einen großen Entwicklungsschritt machte der BOT im November 2020 im Rahmen des OPEN MIND Festivals. Gemeinsam mit unserem Projekt-Partner, dem Wiener Chatbot-Startup The Ventury ging der BOT erstmalig online. Während des Festivalzeitraums wartete der BOT auf der Festivalwebsite, um dort ganz intim mit den Besucher*innen über Besitz, Macht und andere Status-Tabus zu sprechen.

Der BOT wird perspektivisch somit zum unverzichtbaren Bestandteil des Kulturprogramms der ARGEkultur. Die seit Beginn des Projektes heranwachsende KI bietet sowohl durch eine Spezifik als genuin wachsender ‚Charakter’, als auch durch ihre Modulierbarkeit eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten. So soll sie beispielsweise Teil von Performances werden (immerhin ist der BOT für alle Zuschauer*innen über das Smartphone anwählbar), als auch Veranstaltungen, wie z.B. Publikumsgespräche selbst moderieren. Gleichzeitig ist das auf diese Weise zusammengetragene Text-Archiv selbst eine digitale Plattform, die mehr und mehr zum Aufenthalts- und Veranstaltungsort für unterschiedliche digitale Formate werden soll. Weitere Projektschritte in diese Richtung sind für das OPEN MIND Festival 2021, sowie DIGITAL SPRING 2022 geplant.

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