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OPEN MIND Festival 2020

WEM GEHÖRT DIE WELT?

At one time in the world there were woods that no one owned.
Cormac McCarthy
Money, money, money
Always sunny
In the rich man's world
ABBA

Hat das Corona-Virus die Welt, wie wir sie kannten, völlig verändert? Oder meinten wir nur sie zu kennen – und das Virus hat der Welt die Maske heruntergerissen, sie uns gezeigt, wie sie wirklich ist? Sicher ist jedenfalls: Das Corona-Virus führt zwar zu einer globalen Krise, aber unter ungleichen Bedingungen. Der Verteilungskampf hat längst vor Corona begonnen. Die Gegensätze, Konflikte und Bruchlinien, die unsere Welt strukturieren, treten im pandemischen Zeitalter nur deutlicher, fast mikroskopisch vergrößert hervor.
Im diesjährigen OPEN MIND Festival lassen wir die Krisen- und Abschiedsnarrative – BYE BYE EVERYTHING? war das Thema des letztjährigen Festivals – jedenfalls hinter uns. Stattdessen richten wir unseren Blick auf die Realität und fragen nach dem Zusammenhang von Besitz, Macht und Hegemonie in der Welt, wie sie sich uns in der Krise gezeigt hat.

WEM GEHÖRT DIE WELT? Wer besitzt wen oder was? Wer wird von wem oder was besessen? – Das OPEN MIND Festival 2020 bewegt sich im Spannungsfeld dieser Fragen und ruft dabei ganz unterschiedliche Kontexte auf: Ökologie, Ökonomie, Postkolonialismus. Und fragt dabei auch immer nach alternativen Formen des Besitzes, nach der Veränderbarkeit der Verhältnisse: Wem gehört die Natur? Ist sie Ressource oder Umwelt? Gehört sie gar sich selbst? – Wer besitzt Kapital und Produktionsmittel? Wie ändert die Digitalisierung die bestehenden Besitzverhältnisse? – Wessen Leben, wessen Erinnerung zählt? Ist ein Ende der weißen, patriarchalen Dominanz in Reichweite?

WEM GEHÖRT DIE WELT? – eine einfache Frage, viele Themen, Ansätze, Antworten. – Das OPEN MIND Festival wirft Schlaglichter auf die Komplexität der Gegenwart, wissenschaftlich wie künstlerisch, lustvoll wie intellektuell – mit Theater-Performances, Lesungen, Diskursformaten und Musik. Fühlen Sie sich herzlich dazu eingeladen – analog wie digital.

Ihre Theresa Seraphin und Ihr Sebastian Linz

  • OPEN MIND Festival Sujets
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Programm OPEN MIND Festival 2020

Hans-Jürgen Jakobs und Ludger Eversmann: WEM GEHÖRT DAS KAPITAL?
OPEN MIND Festival Text Diskurs

Hans-Jürgen Jakobs und Ludger Eversmann: WEM GEHÖRT DAS KAPITAL?

Vorträge und Diskussion | Moderation: Theresa Seraphin

Zum Auftakt stellen wir die Festivalfrage in ihrer ökonomischen Dimension. WEM GEHÖRT DIE WELT? ist zuvorderst eine Frage nach der Verteilung von Kapital und Produktionsmitteln. Auf der einen Seite die spätkapitalistische Gegenwart: Ein Finanzmarkt, der auch nach der Finanzkrise von 2008 nicht in seine Schranken verwiesen wurde und dessen Volumen mit 270 Billionen Dollar fast das Vierfache der Weltwirtschaft umfasst. Wer sind heute die Reichsten der Reichen? Wofür stehen sie, welche Ziele verfolgen sie? Auskunft gibt der Wirtschaftsjournalist Hans-Jürgen Jakobs in seinem umfangreichen Report WEM GEHÖRT DIE WELT?, der dem Festival den Titel gegeben hat. Doch ist es wahr, was Mark Fisher schreibt: Dass sich das Ende der Welt leichter vorstellen ließe als das Ende des Kapitalismus? Der Wirtschaftsinformatiker Ludger Eversmann weist in MARX’ REISE INS DIGITALE ATHEN einen Ausweg und skizziert, wie die Digitalisierung zu einer sozial gerechteren, postkapitalistischen Gesellschaft führen könnte. Ist eine Vergesellschaftung der Produktionsmittel, wie sie Marx forderte, gerade durch digitale Technologien greifbarer denn je?

Showcase Beat Le Mot: WALDEN
OPEN MIND Festival Performance

Showcase Beat Le Mot: WALDEN

Österreichpremiere

Wenn das gesamte Weltwissen in Bibliotheken aufgereiht wird, in Regalen, die aus Hölzern gesägt sind und auf Buchblättern, die aus Rinde geschöpft werden, dann wandern wir durch einen transformierten, ausgebeuteten Wald. Gerade wandert dieses Humanwissen in digitale Wolken und ist dort auch außerhalb der Öffnungszeiten zugänglich. Dies ist der Augenblick, in der die Performancegruppe Showcase Beat Le Mot den wirklichen Wald zum sprechen bringt. Theatrale Bäume und plappernde Pflanzen reden sich einen Ast. Quasselnde Wurzeln und Pilze werden von Tieren kommentiert und die gesamte Natur lacht sich kaputt über waldbadende Menschen und Wander*innen, die von Jogger*innen überholt werden. Freundlich wird die Waldperformance jedoch nicht werden, denn was wir der Natur antun, schreibt sich mit dem ABC des Kolonialismus: Ausbeutung, Grausamkeit, Profitgier, Überheblichkeit. Die Natur wird zu einer Sache degradiert und anschließend verkauft. – WALDEN schärft dafür die Sinne: Der Waldspaziergang endet in einem Aufbegehren ...

DIE NATUR GEHÖRT ... SICH SELBST!
OPEN MIND Festival Diskurs

DIE NATUR GEHÖRT ... SICH SELBST!

Über Biokratie und die ‚Rechte der Natur' | Zu Gast: Christine Ax | Moderation: Sebastian Linz

Für den Erhalt des westlichen Wohlstands sorgt heute ein global befreiter Kapitalismus, der Naturzerstörung wie prekäre Lebensumstände der Ärmeren in Kauf nimmt. Doch dieser Zustand ist nicht alternativlos. Längst gibt es Konzepte, Untersuchungen und konkrete Erfolge, die eine andere Gestaltung des Verhältnisses von Ökonomie, Ökologie und sozialer Gerechtigkeit ermöglichen. In der Reihe DIE NATUR GEHÖRT ...! wollen wir drei dieser Konzepte genauer vorstellen und diskutieren. Zum Auftakt geht es um Biokratie. Das Konzept fordert, den Demokratie-Begriff auf nicht-menschliche Akteur*innen zu erweitern: Flüsse, Seen und Wälder sollen mit Grundrechten ausgestattet und wie ihre menschlichen ‚Mitbürger*innen’ parlamentarisch vertreten werden. Die Natur wird zur politischen Akteurin, zum ‚Rechtssubjekt’ auf Augenhöhe mit anderen Rechtssubjekten. Im Gegensatz zum Appell an die Verantwortlichkeit jedes einzelnen Menschen für den Schutz der Natur, vollzieht die Biokratie eine ebenso einfache wie radikale Umkehrung des Schutzprinzips. Denn um gemeinsames Leben auf der Erde zu sichern, muss die Natur vor allem eines: wieder sich selbst gehören!

Showcase Beat Le Mot: WALDEN
OPEN MIND Festival Performance

Showcase Beat Le Mot: WALDEN

Österreichpremiere

Wenn das gesamte Weltwissen in Bibliotheken aufgereiht wird, in Regalen, die aus Hölzern gesägt sind und auf Buchblättern, die aus Rinde geschöpft werden, dann wandern wir durch einen transformierten, ausgebeuteten Wald. Gerade wandert dieses Humanwissen in digitale Wolken und ist dort auch außerhalb der Öffnungszeiten zugänglich. Dies ist der Augenblick, in der die Performancegruppe Showcase Beat Le Mot den wirklichen Wald zum sprechen bringt. Theatrale Bäume und plappernde Pflanzen reden sich einen Ast. Quasselnde Wurzeln und Pilze werden von Tieren kommentiert und die gesamte Natur lacht sich kaputt über waldbadende Menschen und Wander*innen, die von Jogger*innen überholt werden. Freundlich wird die Waldperformance jedoch nicht werden, denn was wir der Natur antun, schreibt sich mit dem ABC des Kolonialismus: Ausbeutung, Grausamkeit, Profitgier, Überheblichkeit. Die Natur wird zu einer Sache degradiert und anschließend verkauft. – WALDEN schärft dafür die Sinne: Der Waldspaziergang endet in einem Aufbegehren ...

DIE NATUR GEHÖRT ... ALLEN!
OPEN MIND Festival Diskurs

DIE NATUR GEHÖRT ... ALLEN!

Über Commons und Allgemeingüter | Zu Gast: Silke Helfrich | Moderation: Theresa Seraphin

In Teil zwei der Reihe DIE NATUR GEHÖRT …! geht es um Commons. Als Ansatz für nachhaltige und antikapitalistische Umgestaltung von Produktionskreisläufen blickt das Prinzip gemeinschaftlicher Nutzung von Gütern in ganz unterschiedlichen Teilen der Welt auf lange Traditionslinien. So ist beispielsweise die Oberallmeindkorporation Schwyz mit ihrem 900-jährigen Bestehen älter als die Schweizer Eidgenossenschaft selbst. Commons richten sich heute – sowohl im analogen wie digitalen Raum – gleichermaßen gegen neoliberale Privatisierungsbestrebungen wie staatliche Zentralisierung und machen dabei die Widerstandsfähigkeit autonomer Strukturen sichtbar. Nicht Hierarchien oder Privateigentum führen zu einem nachhaltigen und ethischen Umgang mit Ressourcen, sondern die Schaffung lokaler Strukturen, an denen alle beteiligt sind. Hierüber diskutieren wir mit der Commons-Aktivistin Silke Helfrich, sowie den Performer*innen von Showcase Beat Le Mot.

Showcase Beat Le Mot: WALDEN
OPEN MIND Festival Performance

Showcase Beat Le Mot: WALDEN

Österreichpremiere

Wenn das gesamte Weltwissen in Bibliotheken aufgereiht wird, in Regalen, die aus Hölzern gesägt sind und auf Buchblättern, die aus Rinde geschöpft werden, dann wandern wir durch einen transformierten, ausgebeuteten Wald. Gerade wandert dieses Humanwissen in digitale Wolken und ist dort auch außerhalb der Öffnungszeiten zugänglich. Dies ist der Augenblick, in der die Performancegruppe Showcase Beat Le Mot den wirklichen Wald zum sprechen bringt. Theatrale Bäume und plappernde Pflanzen reden sich einen Ast. Quasselnde Wurzeln und Pilze werden von Tieren kommentiert und die gesamte Natur lacht sich kaputt über waldbadende Menschen und Wander*innen, die von Jogger*innen überholt werden. Freundlich wird die Waldperformance jedoch nicht werden, denn was wir der Natur antun, schreibt sich mit dem ABC des Kolonialismus: Ausbeutung, Grausamkeit, Profitgier, Überheblichkeit. Die Natur wird zu einer Sache degradiert und anschließend verkauft. – WALDEN schärft dafür die Sinne: Der Waldspaziergang endet in einem Aufbegehren ...

Silke Huysmans und Hannes Dereere | CAMPO: PLEASANT ISLAND
OPEN MIND Festival Performance

Silke Huysmans und Hannes Dereere | CAMPO: PLEASANT ISLAND

In englischer Sprache | Stückeinführung um 19:30 Uhr im Foyer

Nauru ist ein kleiner Inselstaat im Pazifik. Englische Walfänger nannten die Insel einst ‚Pleasant Island’. Die Geschichte des heutigen Zwergstaates liest sich wie eine Parabel auf die Neuzeit. Denn nach der Entdeckung riesiger Phosphatvorkommen wurde Nauru zu einem der reichsten Länder der Erde. Auf jedem Stück Land wurde gegraben und abgebaut – bis die natürlichen Ressourcen der Insel erschöpft waren. Heute ist Nauru eines der ärmsten Länder der Welt. Um Staatseinnahmen zu erzeugen, interniert Nauru auf australisches Geheiß Geflüchtete. PLEASANT ISLAND verknüpft am konkreten Beispiel alle Themenkomplexe des Festivals: Ökologie, Ökonomie und Kolonialismus. – Silke Huysmans und Hannes Dereere begaben sich für die Performance auf Recherchereise nach Nauru. Dort sprachen sie mit Einwohner*innen und Geflüchteten. Wegen drohender Repressalien verzichteten sie auf Kameraequipment und beschränkten sich für Interviews auf das Mobiltelefon. Die Ästhetik des Smartphones beherrscht auch das Bühnengeschehen. Die dokumentarische Unmittelbarkeit verweist auf die Dringlichkeit der Situation: Denn das zerstörte Ökosystem Naurus ist ein Vorbote für eine drohende weltweite Umweltkatastrophe.

DIE NATUR GEHÖRT ... VERTEIDIGT!
OPEN MIND Festival Diskurs

DIE NATUR GEHÖRT ... VERTEIDIGT!

Über Aktivismus und indigenen Widerstand | Zu Gast: Patricia Gualinga | Moderation: Sebastian Linz und Anita Rötzer | In englischer Sprache

In der dritten Ausgabe von DIE NATUR GEHÖRT ...! erweitern wir die Diskussion um eine konkrete aktivistische Position – und knüpfen damit direkt an die Konzepte der Biokratie und der Commons an. Das indigene Dorf Sarayaku im Amazonasurwald Ecuadors führt seit langem einen erfolgreichen Kampf gegen das Eindringen internationaler Ölkonzerne auf sein Territorium. 2002 wurde es zum Symbol des indigenen Widerstands, als es den Staat Ecuador beim Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte verklagte und dieser Klage zehn Jahre später stattgegeben wurde. – Die indigene Aktivistin Patricia Gualinga, Sprecherin der Kichwa-Gemeinde, war seit Beginn eine Schlüsselfigur in diesem Prozess. Sie ist Führerin einer wachsenden Frauenbewegung zum Schutz des Amazonaswaldes und ist mit diesem Anliegen als Botschafterin auf der ganzen Welt unterwegs (UN-Konferenz indigener Völker in New York, Weltklimakonferenz in Paris). Zusammen mit ihr und den Performer*innen von PLEASANT ISLAND sprechen wir über den Kampf zur Erhaltung (indigener) Lebensrealitäten, Praktiken des lokalen Widerstands sowie über juristische Wege der politischen (Selbst-)Verteidigung.

Silke Huysmans und Hannes Dereere | CAMPO: PLEASANT ISLAND
OPEN MIND Festival Performance

Silke Huysmans und Hannes Dereere | CAMPO: PLEASANT ISLAND

In englischer Sprache | Stückeinführung um 19:30 Uhr im Foyer

Nauru ist ein kleiner Inselstaat im Pazifik. Englische Walfänger nannten die Insel einst ‚Pleasant Island’. Die Geschichte des heutigen Zwergstaates liest sich wie eine Parabel auf die Neuzeit. Denn nach der Entdeckung riesiger Phosphatvorkommen wurde Nauru zu einem der reichsten Länder der Erde. Auf jedem Stück Land wurde gegraben und abgebaut – bis die natürlichen Ressourcen der Insel erschöpft waren. Heute ist Nauru eines der ärmsten Länder der Welt. Um Staatseinnahmen zu erzeugen, interniert Nauru auf australisches Geheiß Geflüchtete. PLEASANT ISLAND verknüpft am konkreten Beispiel alle Themenkomplexe des Festivals: Ökologie, Ökonomie und Kolonialismus. – Silke Huysmans und Hannes Dereere begaben sich für die Performance auf Recherchereise nach Nauru. Dort sprachen sie mit Einwohner*innen und Geflüchteten. Wegen drohender Repressalien verzichteten sie auf Kameraequipment und beschränkten sich für Interviews auf das Mobiltelefon. Die Ästhetik des Smartphones beherrscht auch das Bühnengeschehen. Die dokumentarische Unmittelbarkeit verweist auf die Dringlichkeit der Situation: Denn das zerstörte Ökosystem Naurus ist ein Vorbote für eine drohende weltweite Umweltkatastrophe.

Mark Terkessidis: WESSEN ERINNERUNG ZÄHLT?
OPEN MIND Festival Text Diskurs

Mark Terkessidis: WESSEN ERINNERUNG ZÄHLT?

Lesung und Gespräch | Moderation: Sandra Chatterjee

Über die europäische Kolonialgeschichte wird heftig debattiert – seit einigen Jahren auch in Deutschland und Österreich. Es geht um Straßennamen und Statuen aus der Kolonialzeit, um Museumsbestände und deren Restitution, um das kulturelle Erbe. Vor dem Hintergrund der Erfolge rechtspopulistischer Parteien, der Eskalation rechtsextremer Gewalt, aber auch der durch digitale Medien gesteigerten Möglichkeiten, diskriminierende und rassistische Erfahrung zu artikulieren, haben diese Themen an gesellschaftlicher Relevanz gewonnen. Nicht erst seit dem Tode George Floyds und der weltweiten Solidarität mit der Black-Lives-Matter-Bewegung stellt sich auch hierzulande die Frage, wie in einer globalisierten und diversen Gesellschaft der Raum der Erinnerung um postimperiale wie postkoloniale Perspektiven erweitert werden kann. Mark Terkessidis, renommierter Migrations- und Rassismusforscher, stellt in seinem aktuellen Buch den Konnex her zwischen der deutschen Kolonialgeschichte und den Problemlagen der Gegenwart.

Charlotte Wiedemann: DER LANGE ABSCHIED VON DER WEISSEN DOMINANZ
OPEN MIND Festival Text Diskurs

Charlotte Wiedemann: DER LANGE ABSCHIED VON DER WEISSEN DOMINANZ

Lesung und Gespräch | Moderation: Amani Abuzahra

Rassismus sei ein weißes Problem, schreibt die amerikanische Wissenschaftlerin und Autorin Robin DiAngelo. „It was constructed and created by white people and the ultimate responsibility lies with white people.“ Im Geiste dieses kritischen Bewusstseins gegenüber der eigenen weißen Position hat die Journalistin Charlotte Wiedemann ihr neues Buch verfasst. In essayistischen Miniaturen sucht sie in DER LANGE ABSCHIED VON DER WEISSEN DOMINANZ nach Wegen, von der weißen Vorherrschaft konstruktiv Abschied zu nehmen. Denn dass die Privilegien der weißen sozialen Position, die Vorherrschaft des Westens und die Vorstellungen vom Eigenen und Fremden in Erosion begriffen sind, ist – so Wiedemann – ein eh in Gang gesetzter und unaufhaltsamer Prozess, den es reflektiert und tätig anzunehmen gilt. In Ergänzung zum historischen Bogen, den Mark Terkessidis am Vortag spannen wird, ist Charlotte Wiedemanns Buch vor allem ein sehr persönliches und hoffnungsvolles Plädoyer gegen Angst und Abschottung. – Im Gespräch trifft Charlotte Wiedemann dabei auf die trans- und interkulturelle Perspektive der Philosophin, Autorin und Trainerin Amani Abuzahra.

Flinn Works: SCHÄDEL X
OPEN MIND Festival Performance

Flinn Works: SCHÄDEL X

Österreichpremiere | Stückeinführung um 19:30 Uhr im Foyer | Im Anschluss Publikumsgespräch

Ein Schädel bildet das Zentrum der Lecture Performance SCHÄDEL X. Zwei biografische Geschichten kreisen um ihn. Sie führen von Tansania und Deutschland über Archive, Konsulate, Schlachtfelder und Labore durch die deutsche Kolonialgeschichte ins Innerste des eigenen Schädels. Mit (medizin-)historischen Dokumenten und O-Tönen verbinden sie sich zu einer Irrfahrt zwischen Wissenschaft, Politik und Theater.

Flinn Works: SCHÄDEL X
OPEN MIND Festival Performance

Flinn Works: SCHÄDEL X

Stückeinführung um 19:30 Uhr im Foyer

Ein Schädel bildet das Zentrum der Lecture Performance SCHÄDEL X. Zwei biografische Geschichten kreisen um ihn. Sie führen von Tansania und Deutschland über Archive, Konsulate, Schlachtfelder und Labore durch die deutsche Kolonialgeschichte ins Innerste des eigenen Schädels. Mit (medizin-)historischen Dokumenten und O-Tönen verbinden sie sich zu einer Irrfahrt zwischen Wissenschaft, Politik und Theater.

WER DEUTET DIE WELT?
OPEN MIND Festival Text Diskurs

WER DEUTET DIE WELT?

Ein Autor*innen-Projekt zu Besitz, Macht und Hegemonie | Moderation: Theresa Seraphin und Josef Kirchner

Besitz wirkt auf weit verzweigte und komplexe Weise. Macht kann ausgeübt werden durch weiße Dominanz, Finanzmonopole oder heterosexuelle Normen. Und so unterschiedlich Formen der Hegemonie sein können, so differenziert ist auch die Kritik und Gegenwehr. Als literarische Erweiterung des Festivals haben wir sechs Autor*innen eingeladen, den auf dem Festival verhandelten Themenschwerpunkten aus ihrer spezifischen Perspektive und anhand einzelner konkreter Beispiele zu begegnen. Die Autor*innen Sandra Chatterjee, Amir Gudarzi, Lisa-Viktoria Niederberger, Stefanie de Velasco, Miroslava Svolikova und Stefanie Wuschitz fragen u.a. nach Möglichkeiten nachhaltiger Autor*innenschaft und Kunstproduktion, dokumentieren emanzipative Frauen-Bewegungen in Indonesien oder untersuchen den weiblichen Körper im Spannungsfeld vielfältiger Besitzverhältnisse.

Fehler Kuti und die Polizei
OPEN MIND Festival Musik

Fehler Kuti und die Polizei

SCHLAND IS THE PLACE FOR ME

Fehler Kuti – nicht Fela Kuti – ist das Pseudonym des Musikers, Kulturanthropologen und Performers Julian Warner, zuletzt zu Gast beim OPEN MIND Festival 2018 mit der Essayperformance ZWEITER VERSUCH ÜBER DAS TURNEN und seinem Musikprojekt 1115. Das gleichzeitig experimentell-skizzenhafte wie popaffine und eingängige SCHLAND IS THE PLACE FOR ME ist sein Debütalbum. Produziert von Tobias Siegert und Markus Acher (‚The Notwist’) behandelt Fehler Kutis Musik Rassismus und Entfremdung, zweites aber auch als popkulturelles Versprechen: „I want those who suffer from alienation to stand in alliance with those who seek alienation.“ Das Album ist gleichermaßen kritisch wie konstruktiv, ein tanzbares Angebot zum Neudenken: „Making music is about building coalitions. It’s about suggesting an articulation of styles, sounds and people, that hasn’t materialized yet, but may help us in the current crisis.“ Zum Festivalende also ein Beginn. Ein Auftakt statt eines Abschlusses!