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Panzerkreuzer Potemkin meets Rote Armee Fraktion

Elektronisch-musikalische Live-Interpretation des Films von Sergei Eisenstein und Tagesschaumeldungen aus dem dt. Herbst 1977 von iROY und Bülent Kullukcu

ARGE medienkunst Herbststürme

In der russischen Oktoberrevolution 1917 fanden revolutionäre Ideen eine Massenbasis und führten zur Gründung der Sowjetunion, die mehr als 80 Jahre als eine Weltmacht das politische Weltgeschehen mitbestimmte. Ein Zeitzeugnis darüber legt der legendäre Film „Panzerkreuzer Potemkin“ von Sergej Eisenstein ab, der bis heute immer wieder in neuen Vertonungen aufgeführt wird. Die Diskussion um linke Ansätze in der Bundesrepublik Deutschland in den 70er Jahren waren geprägt durch den terroristischen Kleinbürgeraufstand der Roten Armee Fraktion. Ihren vorläufigen Höhepunkt und gleichsam Niedergang fand diese Bewegung im sogenannten „Deutschen Herbst 1977“ mit der Entführung von H.-M. Schleyer, der Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ und dem Tod der RAF-Haftinsassen Ennslin, Baader und Raspe. Die RAF wurde ein viel interpretierter Mythos für und gegen eine linke Weltsicht.

Herbststürme

In einem Doppelabend nähern sich junge Musiker/Komponisten mit den Mitteln elektronischen Musikschaffens einerseits dem Beginn der Revolution im Aufstand der Matrosen („Panzerkreuzer Potemkin“ von Sergej Eisenstein) und andererseits den letzten Tagen des „Deutschen Herbstes“ in der musikalischen Verarbeitung von Tagesschaumeldungen vom 5.9.-22.10.1977.

Während sich der erste Teil mit dem Beginn einer Bewegung und der damit verbundenen Aufbruchstimmung beschäftigt, konzentriert sich der zweite Teil des Abends auf das Ende und Scheitern. Hoffnungen, Sehnsüchte, Erwartungen treffen auf Desillusionierung, Ernüchterung und nicht zuletzt auf Rückbesinnung und Revolutionsromantik einer heutigen Generation im sich dahinsiegenden Kapitalismus.

Panzerkreuzer Potemkin (S. Eisenstein)

  • Live-Vertonung iROY (schalldampfer.net / Salzburg-Wien)
  • Live-Sprecherin Beata Milewski (russischer Originaltext)

Tagesschau 5.9.-22.10.77

  • Live-Vertonung Bülent Kullukcu (generation aldi / München)
  • Live-Sprecher Mikail Tufan („Die Würde des Menschen ist antastbar“, U. Meinhof)
  • Konzept/Idee Marcus Hank (ARGEkultur Salzburg)
  • Dramaturgische Assistenz Simona Uhlemann (München)
  • Dauer 2 Stunden

Eine Produktion der ARGEkultur Salzburg

Weitere Herbststürme:

05.10. ARGE diskussion Terrornotstand – Notstandsterror
05.10. ARGE roter salon – Lesung Kurt Palm liest Karl Marx

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