ARGEkultur Logo
ARGEkultur Logo

Jochen Malmsheimer (Bochum)

"Ich bin kein Tag für eine Nacht" - Österreichische Erstaufführung

ARGE kabarett MotzArt-Woche

Im Folgenden geht es um den Sprechakt als solchen, und zwar in Form einer auch den Naturwissenschaftler in keiner Weise zufriedenstellenden Vivisektion eines Gesprächsrudimentes pubertärer Prägung. Mit Warnlampe!

Danach ist allen vieles oder vielen alles klarer, was aber keine Erleichterung schafft.
Dann muss auch mal Schluss sein. Mir machts Spaß. Jeden Abend.

Das Neue. So neu, dass ich noch nicht weiß, was da passieren wird. Vielleicht eine Pantomime im Dunkeln? Man wird sehen. Premiere jedenfalls ist am 9ten, 10ten und 11ten Mai 2tausend3 im Fletch Bizzel zu Dortmund. Also, ich geh hin. Ich war sogar da. Und andere auch. Sehr schön. Jetzt weiß ich auch, worum's geht. Um's Sprechen nämlich. Das findet ja immer häufiger statt, ohne dass der, die oder das Sprechende wirklich weiß, was da mit und in ihm, ihr oder dem Kleinen da geschieht. Dem wird nachgespürt und zwar erschöpflich. Zuerst in allerlei Gesprächssituationen, als da wären: Dem Kneipengespräch, das ja immer mit: Passauff!! beginnt und dem privatradiölichen Moderatorengewäsch. Alsbald bekommt der Vortragende die Kurve, und das überrascht nicht zuletzt ihn selbst immer wieder, zu einschneidenden Jet-Set-Erlebnissen mit fremdsprachlichen Fallgruben und dem Babyschwimmen, bei dem ja auch viel geblubbert wird.
Die anschließende Pause haben sich alle verdient.

Im Folgenden geht es um den Sprechakt als solchen, und zwar in Form einer auch den Naturwissenschaftler in keiner Weise zufriedenstellenden Vivisektion eines Gesprächsrudimentes pubertärer Prägung. Mit Warnlampe!

Danach ist allen vieles oder vielen alles klarer, was aber keine Erleichterung schafft.
Dann muss auch mal Schluss sein. Mir machts Spaß. Jeden Abend.

Biografie:

Bereits während der Lehrzeit stellen sich für Jochen Malmsheimer erste Erfahrungen im unterhaltenden Gewerbe, durch starkbierverbrämte und -vergoltene Lesungen fremder, aber trotzdem komischer Texte in irisch geprägter Gastronomieumgebung ein, Erfahrungen, die ähnlichen, während der Schulzeit in Theater und Bluesmusik gesammelten, die Hand reichen und dem Wunsche Nahrung geben, andere an der eigenen Befindlichkeit enger und häufiger teilhaftig werden zu lassen, als dies im Buchhandel möglich scheint.

Auch die Möglichkeit, die aus solchen Bemühungen resultierende Naturalentlohnung in eine aus Devisen, die den Vergleich mit dem Buchhändlersalär nicht zu scheuen braucht, zu läutern, schmiedet diesen Plan zum Entschluss.

In Malmsheimer entsteht 1992 als Folge des oben genannten intellektuellen und persönlichen Reifeprozesses die Idee zu „Tresenlesen“, welches, mit F. Goosen dann in der Folge etwa 800 kurzweilige Auftritte absolviert und damit vorzeigbare Erfolge vorzeigt, zu Recht Preise erhält, unter denen der Prix Pantheon 1997 und der Salzburger Stier 1998 nicht herausragen, weil es die einzigen sind und das dann sein segensreiches Wirken am 23ten Juli 2000 gegen 22:47 Uhr in seitigem Vernehmen beendet.

Seit 23:00 Uhr ist Malmsheimer nun solistisch im Einsatz, was keinerlei Beschränkungen, aber ein paar Freiheiten mit sich bringt.

Getreu dem selbst gewählten Motto: „Bevor man zwischen den Zeilen liest, sollte man das auf denselben versuchen!“ entsteht ergo in den Morgenstunden des 24ten Juli 2000 das Programm
„Wenn Worte reden könnten oder: zwei Wochen im Leben einer Stunde“, welches von nun an seinen Siegeszug rund um Malmsheimers Wohnsitz anzutreten sich anschickt.

Rundfunkanstalten, wie WDR und SWR geben, ungeachtet dieser Tatsache, Malmsheimer dankenswerterweise seit jeher die Gelegenheit zu ernsthafter künstlerischer Auseinandersetzung mit Realität und Fiktion, welche, solange es Rundfunk, Realität und Fiktion noch gibt, weitere Früchte tragen soll und damit wird.

Alles Weitere mündlich, so Sie wollen.

Sie sollen mich kennenlernen.

Demnächst