Digital Spring Sujet
Grafik © Anette Rollny

DIGITAL SPRING Podcast

Freies Wissen im Netz: Was uns selbstverständlich erscheint, ist akut bedroht – ökonomisch, technologisch und politisch. Wie kann Kunst dieses Thema sichtbar und zugänglich machen?

Der Podcast führt in das Themenfeld ein und begleitet die Künstler*innen von WORLD WIDE WIKI. Unsere Redakteurin Klara Brandis wirft einen Blick hinter die Kulissen der einzelnen Online-Kunstwerke.

Am 16., 17., 18. und 30. März, jeweils um 12:06 Uhr, auf der Radiofabrik (107,5 & 97,3 MHz, im Kabel 98,6 MHz) und online unter cba.media.

Redaktion: Klara Brandis

DIGITAL SPRING

WORLD WIDE WIKI

2026 feiert die Wikipedia ihren 25. Geburtstag. Die Enzyklopädie, die am 10. Januar 2001 online ging, repräsentiert nicht nur den damaligen digitalen wie demokratischen Aufbruchsgeist der 1990er Jahre – sie ist auch das Abbild der großen und oft problematischen Entwicklungslinien der digitalen Welt des vergangenen Vierteljahrhunderts. Dennoch: Die Wikipedia ist heute mit rund 65 Mio. Artikeln und mit hunderttausenden aktiven, anonymen wie ehrenamtlichen Autor*innen ein unverzichtbares Archiv des freien Wissens im World Wide Web.

Doch dieses freie Wissen ist akut bedroht. So trainieren KI-Firmen ihre Large Language Models mit den Open-Source-Texten der Wikipedia und saugen damit Wissen für ihre proprietären Produkte ab. Gleichzeitig nimmt der Kulturkampf von rechts volle Fahrt auf: Infragestellung der Gemeinnützigkeit, Entzug von Finanzmitteln, Enthüllung der Identität von Autor*innen.

Die Wikipedia ist dabei nur ein prominentes Beispiel dafür, wie es um das freie Wissen im Netz derzeit bestellt ist. Ob digitale Archive, soziale Medien oder Websites von Behörden: Informationen verschwinden und werden zensiert – oft getarnt als Kritik an vermeintlicher ‚Wokeness‘ und unter dem Deckmantel von free speech. Ob das Internet tatsächlich nicht vergisst, wie es einst hieß, ist endgültig zu einer Frage von Macht, den Interessen des Kapitals sowie von politischer Einflussnahme geworden.

Wie kann digitale Kunst mit dieser Situation umgehen und das Bewusstsein dafür schärfen? Und wie kann digitale Kunst Wege finden, gefährdetes Wissen zu erhalten und weiterhin zugänglich zu machen?

Gemeinsam mit dem DIGITHALIA Festival am Schauspielhaus Graz und dem HAU 4 – der digitalen Spielstätte des Hebbel am Ufer Berlin – haben wir im Herbst 2025 mittels eines Open Calls dazu aufgerufen, digitale Kunstprojekte zum Thema zu entwickeln – und haben am Ende sechs Künstler*innen und Kollektive ausgewählt. Aus Salzburg sind die Künstlerin Nina Vasilchenko und ein Kooperationsprojekt der Kollektive gold extra und Kronberger&Kronberger dabei, aus Graz Arbeiten der Künstler*innen-Gruppen SOAP und Das Planetenparty Prinzip und aus Berlin künstlerische Positionen von eeefff und Chinedum Muotto.

Alle sechs entstandenen Arbeiten präsentieren wir ab dem 18. März an dieser Stelle online.

Darüber hinaus stellen wir die beiden Salzburger Beiträge in analogen Formaten in der ARGEkultur vor.

Begleitet wird der DIGITAL SPRING von einem diskursiven Planspiel – CONTROL VS. COMMONS – mit Expert*innen aus Wissenschaft, Technologie und Zivilgesellschaft – in Kooperation mit der Organisation ProEuropeanValuesAT. Und mit dem DIGITAL SPRING Podcast in Kooperation mit der Radiofabrik.

Alle Einnahmen aus den Veranstaltungen des DIGITAL SPRING werden an Wikimedia Österreich gespendet. Weitere Spenden sind unter wikimedia.at möglich.