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Eröffnung "vide_o_drom" u.a. mit Dotschy Reinhardt Ensemble

Das Filmfestival von Studio West - Ein integratives Kulturprojekt mit Roma und Sinti. Präsentation d. PartnerInnen, Eröffnungsfilm "Pretty Dyana", Konzert, etc.

ARGE fest Kooperation mit Studio West

Eröffnet wird das vide_o_drom Festival am 9. Juni mit einem ganz besonderen Konzert: dem Dotschy Reinhardt Ensemble. Ihre Musik fusioniert traditionellen Jazz, den lebhaften Gipsy-Swing im Stil des Hotclub de France, Bossa-Nova-Einflüsse und auch Elemente der populären Singer-Songwriter Bewegung.
Sowohl auf dem Debüt-Album „Sprinkled Eyes“, das im November 2006 erschien, als auch auf ihrem Nachfolger „Suni“ (2008) präsentiert uns Dotschy Reinhardt einen ganz eigenen, kühnen und doch so wunderbar intimen Entwurf davon, was es heißen kann, im 21. Jahrhundert Sinteza, eine Künstlerin des Sinti-Volkes zu sein. Reinhardt – diese Visitenkarte – besitzt in der internationalen Musikszene einen unverwechselbaren Klang. Ist Segen und auch ein bisschen Fluch zugleich. Wie kann sich eine junge Frau, mit diesem großen Familiennamen ausgestattet, vom Übervater Django freischwimmen ohne gegen sein Vermächtnis zu rebellieren?
Mit der Entstehung ihrer neuen CD „Suni“ schrieb sie ihr Buch „Gypsy – Die Geschichte einer großen Sinti-Familie“ (Scherz Verlag, 2008) und erzählt den Lesern von ihrer Kultur, ihrer Sprache und den wenigen Höhen und vielen Tiefen, die ihrem Volk in den sechs Jahrhunderten, die es nun in Deutschland lebt, widerfahren sind.
Dotschy Reinhardt bezeichnet sich selbstbewusst als Sinteza, als Angehörige des Volkes der Sinti, und singt sowohl auf Suni als auch in ihrer Sprache Romanes.
Dotschy Reinhardt schreibt in ihrem Buch immer wieder, dass es ihr größter Traum war, auf Bühnen zu singen. Man spürt beim Anhören von „Suni“ ihre große Willenskraft, mit der sie ihr Ziel erreicht hat und mit der sie sich seit „Sprinkled Eyes“ kontinuierlich weiterentwickelt hat. Ihre ruhige, zurückhaltende Art täuscht oft darüber hinweg, dass hier eine Frau ganz genau weiß, was sie will und auch versteht, ihre Ziele zu erreichen.
„Suni“ ist nicht einfach nur ein weiteres Vokal-Jazz-Album, sondern das persönliche Statement einer starken Frau, die tief in ihrer Kultur verwurzelt ist und selbstbewusst den Respekt für ihr Volk einfordert.

  • Besetzung Dotschy Reinhardt Ensemble (für Salzburg)
  • Gesang Dotschy Reinhardt
  • Gitarre Lancy Falta
  • Gitarre Alexej Wagner
  • Kontrabass Scott White
  • Percussion Armando Chuh

INTERNATIONALES FILMPROGRAMM

Filmauswahl: Hermann Peseckas

14 Dokumentarfilme in 14 Stunden stehen auf dem Programm. Gezeigt werden Künstlerportraits, Sozialreportagen, Dokus über die Leidengeschichte der Roma/Sinti im Holocaust und die aktuellen Lebensbedingungen in den zahllosen Ghettos an den Rändern der Städte, sowie die nicht immer stereotypenfreie Gattung der „Dokumentarkomödie“.

Die FilmemacherInnen kommen aus Tschechien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Israel, USA, dem Kosovo und Österreich. Der Blick der FilmemacherInnen ist der Blick sympathisierender „Gadsche“ auf die Roma. Ein einziger Film ist ein „echter Roma-Film“, von einer bulgarischen Romni.

Wir hoffen, dass die Roma in Zukunft verstärkt filmisch aktiv werden und sich die eigenen Bilder wir bei einer nächsten Ausgabe mehr Romafilme zeigen können und verweisen auf die Ausgangsintension des „vide_o_drom“.

Dienstag, 9. Juni, 19:00 Uhr, Saal
ERÖFFNUNGFILM

„Pretty Dyana“ (Regie: Boris Mitic, SRB 2003, 45 min., serbisch mit engl. UT)
Roma-Kriegsflüchtlinge aus dem Kosovo verdienen sich ihren Lebensunterhalt am Rande von Belgrad mit der Umrüstung alter Citroën Dyanes: ohne Karosserie und Verkleidungen transportieren sie Schrott, Plastik und Altpapier. Dabei handeln sie sich ständig Polizeistrafen ein.