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ARGE in concert

Ländermatch 07 — Indie-Pop aus A und D

Fr.01.06. und Sa.02.06.2007

01.06.07 // Klez.e (D)

Als virtuoser Keyboarder bei Doldingers "Passport" gelang dem Italo-Münchener Roberto di Gioia Anfang der 90er in der Jazzszene der Durchbruch. Seitdem legt man großen Wert auf den künstlerischen Austausch mit ihm, der in verschiedensten Projekten mündete. Schon seit längerem sucht Roberto Di Gioia nach einer intelligenten Verbindung von unterschiedlichen Musikstilen. Mit seinem neuen Projekt "Marsmobil" hat er sie gefunden!

Am Anfang ist der Wurm. Ein gefräßiges Biest, das sich durch den Cyberspace bohrt, um am Ende einer Leitung die Rechenmaschine von Tobias Siebert zum Wirt wider Willen zu bestimmen. Sekundenbruchteile später macht der Delbo-Gitarrist Bekanntschaft mit dem Virus Klez.e. Bandname, there you are! PC-Krankheit schützt eben nicht vor Geistesblitzen.

Klez.e also. Weil die ungefähre Schreibweise und die verwirrende Aussprache Sinnbild sind für die treibende, intelligente, aber nie verkopfte Indie-Gitarrenmusik der Berliner. Unkonkrete Impressionen aus der kopfstehenden Zwischenwelt, die sich Gegenwart nennt. Um deren desolaten Zustand man weiß, in der Echtheit zum seltenen Gut wird und Einsamkeit zur Regel gehört.

"Es gibt Raum für eigene Interpretationen. Wir wollen keinen Namen, der die Sache sofort beschreibt", gibt Siebert zu Protokoll. Fragile Liebeslieder, die dir die eigene Geschichte nicht klauen, durchkreuzt von intensiven Bildern von genau jenen Abenden, die nur du selbst ausgelebt hast. Weit weg vom Standard kommt das ganz nah ran an den verwundbaren Kern und an die ureigenen Gedanken.

Auch instrumental lässt das Quintett weit mehr als Gitarren, Schlagzeug, Bass, Klavier und Laptop geschehen. Bassist Moheit zeichnet nebenbei für Akkordeon und Orgel zuständig, während Gitarrist Schöfer an Weingläsern hantiert. Vibraphon, Theremin, Harmonium, Cello und Banjo dürfen ebenso mit. Aber nicht für die große Pose stellen Klez.e Studio beziehungsweise Bühne voll, sondern zur Begleitung von dem, was den Mikrokosmos bewegt:

"Die Nacht und dein Gesicht. Und mein Leben ändert sich. Und du bleibst und bleibst und bleibst. Und veränderst mich veränderst mich. Und du stehst mit mir am Strand. Deine Zeit in meiner Hand. Und bist frei bist frei bist frei. Und nicht gegangen gegangen gegangen. Und sagst nichts. Und ich bin gefangen in dieser Zeit." ("Strandlied" aus dem Album "Flimmern")

www.klez-e.de

Pressestimmen:

" ... Hier kommt eine der großartigsten und ungewöhnlichsten Platten des Jahres und sie kommt aus Berlin. ..." (Spiegel Online)

" ... Mit ihrem Album "Flimmern" zeigen Klez.e der Konkurrenz, wie besonders Popmusik klingen kann. ..." (Tagesspiegel)

" ... Klez.e schicken sich an zu beweisen, dass deutschsprachiger Indierock jenseits des Grand Hotels derzeit meilenweit von Stagnation entfernt ist ...."Flimmern" bringt unheimlich elegant auf den Punkt, dass Klez.e für all die Irritationen, die sie auslösen, verdammt nochmal geliebt werden müssen. .." (Spex)