OPEN MIND Festival 2021
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JAHRESPROGRAMM 2021

Text und Diskurs

Die Auseinandersetzung mit Texten und Autor*innen sowie die Diskussion von Themen mit Expert*innen wie dem Publikum nehmen im Jahresprogramm der ARGEkultur eine wichtige Funktion ein: Lesungen und Diskussionsveranstaltungen begleiten und kommentieren die Themen, die auch in anderen Formaten verhandelt werden. Wichtig ist uns dabei immer der reziproke Austausch von Meinungen und Haltungen mit dem Publikum. Kristallisationspunkte von Text und Diskurs sind 2020 das OPEN MIND Festival, der MotzART SALON im Rahmen des MotzART FESTIVALS, die Themenschwerpunkte FIGHT THE RIGHT und FLINT*POWA oder der argeBOT.

Die nächsten Veranstaltungen zu Text und Diskurs.

Text

POETRY SLAM

1986 fing es in Chicago mit dem Dichter*innen-Wettstreit an. POETRY SLAM begeistert seit den 90ern weltweit als Ausdrucksform einer Generation von jungen, ambitionierten Künstler*innen; ein Format, welches das ganze inhaltliche Spektrum der Literatur in einzigartiger Weise abbildet. Seit 2009 ist die ARGEkultur die einzige regelmäßige Veranstalterin von POETRY SLAMs in Salzburg. Slam-Master Ko Bylanzky präsentiert hervorragende Slammer*innen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum – und die Nachfrage des (überwiegend jungen) Publikums ist seither ungebrochen.

POP UND POLITIK

Die Reihe POP UND POLITIK vermisst das Verhältnis zwischen Popmusik und gesellschaftspolitisch relevanten Fragestellungen. So las 2020 der Musikkritiker und Autor Jens Balzer aus seinem Buch POP UND POPULISMUS und diskutierte mit dem Rapper Kid Pex über Verantwortung. Der Musiker Ted Gaier (‚Die Goldenen Zitronen’) las aus seinem Essayband ARGUMENTEPANZER und sprach über den Konnex von Musik und Protest. – 2021 wird die Reihe in unregelmäßigen Abständen fortgesetzt.

Jayrôme C. Robinet: MEIN WEG VON EINER WEISSEN FRAU ZU EINEM JUNGEN MANN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND

Im Rahmen von FLINT*POWA
April

Was macht eine Frau zu einer Frau, einen Mann zu einem Mann? Nach einer Geschlechtsangleichung hat Jayrôme C. Robinet den direkten Vergleich. Mit Witz und Leichtigkeit erzählt er seine persönliche Geschichte und zeigt, wie sehr unser Verhalten von Vorurteilen geprägt ist – aufrüttelnd, ehrlich, hochpolitisch.

Jayrôme hat früher als weiße Französin gelebt. Dann zieht er nach Berlin, beginnt Testosteron zu nehmen und erlebt eine zweite Pubertät. Ihm wächst ein dunkler Bart – und plötzlich wird er auf der Straße auf Arabisch angesprochen. Ob im Café, in der Umkleide oder bei der Passkontrolle, er merkt, dass sich nicht nur seine Identität, sondern vor allem das Verhalten seiner Umwelt ihm gegenüber radikal geändert hat. Er kann vergleichen: Wie werde ich als Mann, wie als Frau behandelt? Und was bedeutet es, wenn sich nicht nur das Geschlecht ändert, sondern augenscheinlich auch Herkunft und Alter? Mitreißend erzählt er von seinem queeren Alltag, und deckt auf, wie irrsinnig gesellschaftliche Wahrnehmungen und Zuordnungen oft sind.

LITERATURFEST SALZBURG

Mai

Im Rahmen des Literaturfests ist das ‚Ministerium für Mitgefühl’ zu Gast in der ARGEkultur. Das Kollektiv – bestehend aus den Autor*innen Daniela Dröscher, Özlem Özgül Dündar, Jelena Jeremejewa, Svealena Kutschke, Mehdi Moradpour und Anna Schapiro – leistet empathischen Widerstand gegen die Verrohung der Sprache und gegen soziale Kälte. In einer SPRECHSTUNDE DER MINISTER*INNEN können Besucher*innen in Einzelgesprächen mit den Mitgliedern des Kollektivs in den Dialog treten und einen gemeinsamen Denkraum eröffnen.

INTERPHONIA (A) bringt Literatur, Sound und Performance zusammen. Die Autor*innen Jazra Khaleed, Max Höfler, Rike Scheffler und Legion Seven bewegen sich in ihren literarisch-performativen Arbeiten zwischen Musik, Gesang und Aktionskunst und schaffen so den Brückschlag zwischen Text und Bühne.

Jayrôme C. Robinet: MEIN WEG VON EINER WEISSEN FRAU ZU EINEM JUNGEN MANN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND
Jayrôme C. Robinet: MEIN WEG VON EINER WEISSEN FRAU ZU EINEM JUNGEN MANN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND
Foto © Ali Ghandtschi

Diskurs

PECHA KUCHA

Kreative, Architekt*innen, Künstler*innen, Designer*innen und Menschen mit Ideen aller Art, Studierende, Etablierte, Bekannte und Unbekannte – alle, die anderen etwas sagen wollen – können ihre Projekte, Ideen und Gedanken einem interessierten Publikum vorstellen. Ziel ist es, versteckte kreative Potenziale einer Stadt hervorzuholen, sichtbar zu0 machen und im angenehmen, offenen Rahmen miteinander zu teilen. Vor und nach den Vorträgen ist Zeit für Musik mit dem John Bruno Quartet, Chillen und Networking.

KEEP FIGHTING

cobratheater.cobra, Markus&Markus und Kevin Rittberger im Gespräch | Im Rahmen von FIGHT THE RIGHT
März

Dass der aktive Kampf gegen Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Faschismus eine dringend notwendige politische wie zivilgesellschaftliche Aufgabe ist und bleibt, haben nicht zuletzt die jüngsten Ereignisse in den USA mehr als deutlich gemacht. Welchen Beitrag kann das Theater, als Kunstform gesellschaftlicher Öffentlichkeit, dazu leisten?

Im Rahmen des Schwerpunkts FIGHT THE RIGHT zeigen wir zwei Theaterproduktionen, die sich auf unterschiedliche Weise mit diesem Themenfeld auseinandersetzen: Während cobratheater.cobra in DEEP INSIDE das Buch einer AfD-Aussteigerin zum Anlass nehmen, tief in rechte Netzwerke und Strukturen hinabzusteigen, setzen Markus&Markus in DIE BERUFUNG antifaschistischen Aktivist*innen ein performatives Denkmal.
In der Online-Diskussion KEEP FIGHTING sprechen wir mit Vertreter*innen von cobratheater.cobra, Markus&Markus sowie mit dem Regisseur und Autor Kevin Rittberger, der sich für sein letztes Stück DER SCHWARZE BLOCK (Uraufführung am Maxim-Gorki-Theater Berlin) mit der historischen und gegenwärtigen antifaschistischen Bewegung in Deutschland auseinandergesetzt hat.

LERNEN AUS DEM LOCKDOWN?

Nachdenken über Freies Theater | In Kooperation mit dem Impulse Theater Festival und dem Dachverband Salzburger Kulturstätten
März

Ende März 2020 wurden die Theater für mehrere Monate geschlossen – und sind es heute wieder. Der Lockdown des Kulturlebens hat einerseits Probleme offengelegt, von denen man schon vorher wusste oder hätte wissen können. Andererseits hat er auch die Einzigartigkeit von Theater als Kunst der Versammlung und Begegnung ins Bewusstsein gerufen, solidarisches Handeln und unerwartete Lösungen provoziert. Und jetzt? Wie wollen wir in und nach der Krise weiter machen? Können wir aus diesen Erfahrungen lernen?

Die Publikation LERNEN AUS DEM LOCKDOWN? des Impulse Theater Festivals – erschienen im Herbst 2020 im Alexander Verlag Berlin – versammelt Beiträge von Freien Theaterakteur*innen und Verantwortlichen aus Kultur und Politik über ihre aus der Corona-Krise gewonnenen Erkenntnisse, Ideen und Forderungen.

Auch die ARGEkultur ist mit Text und Bild in dem Band vertreten – und beleuchtet in einer Online-Diskussion nun das Spannungsfeld zwischen dem möglichen Verlust von Körperlichkeit in den performativen Künsten und den Chancen eines digitalen Theaters. Es diskutieren u.a. die Performancekünstlerin und Kulturwissenschaftlerin Sibylle Peters und der Kurator Julian Kamphausen (‚Hauptsache Frei’, ‚Prater Digital’).

NON-BINARY * INTER * TRANS – WHAT'S THAT ALL ABOUT?

3. Interdisziplinäres Forschungsgespräch der Salzburger Hochschulen | Im Rahmen von FLINT*POWA | In Kooperation mit der Universität Salzburg und ‚gendup – Zentrum für Gender Studies und Frauenförderung’
April

Im Gespräch ist, was sichtbar ist. Wie wird Unsichtbares sichtbar gemacht? Wie wird über Sichtbares gesprochen?

Das Geschlecht wird Menschen nicht angesehen, sondern zugeschrieben. „Was ist es denn? Ein Junge oder ein Mädchen?“ Diese ersten ‚wichtigen‘ Fragen noch vor der Geburt des Menschen bestimmen den Lebensweg. Was, wenn dieser Weg nicht stimmt? Was, wenn die Norm uns den Blick verstellt? Der Österreichische Verfassungsgerichtshof bestätigte 2018 das Recht auf ‚individuelle Geschlechtsidentität‘. Doch was bedeutet das konkret? Wie agiert die Gesellschaft in ihrem alltäglichen Handeln? Welchen Fokus legt die Wissenschaft auf Themen außerhalb von Geschlechternormen?

Dieses 3. Interdisziplinäre Forschungsgespräch der Salzburger Hochschulen soll Leerstellen beleuchten und Auseinandersetzungen anstoßen.

ES BRENNT DER HUT! EINE ANDERE WIRTSCHAFT IST MÖGLICH

In Kooperation mit der Gemeinwohlökonomie-Regionalgruppe Salzburg
Mai

Christian Felber - Autor und Begründer der Gemeinwohlökonomie - trifft auf Adina Wilcke - Poetry-Slammerin und Autorin - und diskutieren über die ‚Notwendigkeit‘ von Wirtschaftswachstum und darüber, wer das Ruder in die Hand nehmen soll: etablierte Wirtschaftstheoretiker*innen? Generation Y? Zivilgesellschaft?

Der Hut brennt weiter: Nach den ersten beiden erfolgreichen Ausgaben dieses breit angelegten Diskussionsformates zum Aufbruch in neue Formen des Wirtschaftens, organisiert die Regionalgruppe der GWÖ Salzburg in Kooperation mit der ARGEkultur die dritte Auflage zu ES BRENNT DER HUT!

LERNEN AUS DEM LOCKDOWN?
LERNEN AUS DEM LOCKDOWN?
Foto © Kristina Itzlinger