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ARGEkultur Jahresprogramm 2016

Veranstaltungshaus ARGEkultur

Die ARGEkultur veranstaltet 2016 in den Bereichen Theater und Tanz, Musik, Kabarett und Kleinkunst, Medienkunst und -kultur, Literatur sowie Diskursives und Kulturvermittlung (letzteres durch ein umfangreiches Workshopangebot). Wie in den Jahren zuvor planen wir auch für 2016 ca. 280 Eigenveranstaltungen (plus ca. 40 Gastveranstaltungen). Ziel ist es, dass diese wie bisher von 35.000 bis 40.000 Personen jeglichen Alters besucht werden, was die ARGEkultur zu einem der am dichtest bespielten Kunst- und Kulturhäuser in Salzburg macht.

Als Prämisse für unsere Arbeit gilt eine Programmierung, die allen Kulturinteressierten, unabhängig von ihrem sozialen Status, Zugang zu Kultur abseits des Mainstream ermöglicht. Daher bieten wir StudentInnen, SchülerInnen und Mitgliedern der ARGEkultur Tickets mit einer 50-prozentigen Ermäßigung an.

Ein wesentliches Angebot der ARGEkultur sind regelmäßige, monatliche Programmformate, die oftmals hervorragenden Publikumszuspruch verzeichnen und dabei hohes künstlerisches Niveau aufweisen. Im Zentrum stehen dabei unterschiedliche Musikgenres, Popkultur, Literatur, Social-Networking-Veranstaltungen sowie Kabarett und Kleinkunst.

  • Glück allein dem Glücklichen
  • Mono und Nikitaman
  • Digital Spring Festival
  • Kinderkulturwoche
  • Überall nirgends lauert die Zukunft

Theater und zeitgenössischer Tanz

Die ARGEkultur ist in diesen Bereichen projektbezogen als Produzentin und als Veranstalterin aktiv. Die ARGEkultur unterscheidet sich hingegen vom Betrieb des Ensembletheaters und gilt hier vielmehr als Spielort und Auftraggeberin für freie Produktionsstrukturen.

In den letzten Jahren haben Projekte aus Tanz und Theater im Programm der ARGEkultur stark zugenommen. Waren es vor einigen Jahren noch punktuelle Programmelemente, so entwirft die Zusammenstellung aus Produktions- und Veranstaltungsstrukturen für Theater und Tanz einen ganzjährigen Spielplan, der ein bis zwei Produktionen oder Schwerpunkte pro Monat beinhaltet. Die ARGEkultur hat gerade für die regionale freie Szene einen lebensnotwendigen Stellenwert bekommen; dieser Verantwortung versuchen wir auch 2016 so gut wie möglich nachzukommen.

Glück allein dem Glücklichen

14.–20.01.2016

Ein Performance-Abend zum Thema Glück und Glückssuche.
Koveranstaltung mit Cabaret Dada de Salzbourg.

Glück allein dem Glücklichen
Foto (c) Johannes Amersdorfer, Lizenz CC BY-SA

Drei Glücksbeauftragte, die von ihrem Glück, andere glücklich zu machen, nichts wussten. Von wem der Auftrag kommt, ist unklar und wen sollen sie glücklich machen? Die Welt, das Publikum, sich selbst? Und vor allem wie? Sie stehen vor der Frage „Was ist Glück?“ und „Wie es herbeiführen?“. Nichtsdestotrotz versuchen sie Lösungen zu finden und verstricken sich in unendlichen Fragen nach Zusammenhängen von Glück und Geld, Glück und Arbeit. Und was ist mit der Liebe und der Sehnsucht? Und Gott?
Sie suchen Zuflucht bei AutorInnen und Liedern, in Situationskomik und Ratlosigkeit. Ob das Publikum am Ende glücklich von dannen zieht? Wir werden sehen!

  • Von und mit Bernadette Heidegger, Katharina Pizzera und Volker Wahl
  • Regie Caroline Richards

wir schlafen nicht von Kathrin Röggla

12.–18.02.2016

Salzburger Erstaufführung

Wir schlafen nicht
Foto (c) Mike Größinger

Sechs Arbeitswütige auf einer Messe im Irgendwo. Der Zwang zur Selbstdarstellung beginnt. Im Interview präsentieren sie ihre seltsam entfremdete Arbeitswelt.
Wer hinterlässt den besten Eindruck? Wer schläft weniger, arbeitet schneller, länger, härter? Wer trinkt mehr Kaffee, mehr Energiedrinks, mehr Alkohol? Permanent online, permanent gut drauf, permanent zur Verfügung. Das Ringen um den Arbeitsplatz entpuppt sich als Existenzkampf um die eigene Identität. Mit ihren Ängsten, ihrer inneren Leere, ihren Hoffnungen und Sehnsüchten taumeln die zu getriebenen Zombies Gewordenen durch ihren Alltag. Im Hamsterrad, immer auf der Suche!?

Die aus Salzburg stammende Autorin Kathrin Röggla hat mit „wir schlafen nicht“ einen hochaktuellen, humorvoll-bissigen Text geschaffen, der die von Selbstzwang und Fremdausbeutung geprägte Arbeitsmaschinerie in Zeiten von Krisen und Pleiten präzise durchleuchtet. Ein sprechrhythmisch furioses Stück, bewegungschoreografisch in Szene gesetzt, das die Würde des Menschen zum Thema macht.

  • Regie und Produktion Hildegard Starlinger
  • Bühne Alois Ellmauer
  • Kostüme Hilde Böhm
  • Choreografie Janina Rubin
  • Musik Fernando Elias
  • Video Markus Weisheitinger-Herrmann
  • Schauspiel Elisabeth Breckner, Torsten Hermentin, Anna Morawetz, Anna Paumgartner, Thomas Pfertner und Max Pfnür

Kampf des Negers und der Hunde von Bernard-Marie Koltès

24.02.–04.03.2016

Koveranstaltung mit Petra Schönwald

Kampf des Negers und der Hunde
Foto (c) Mike Größinger

Irgendwo in Westafrika: Ein Schwarzer gelangt ins umzäunte Lager der Weißen. Sein Name ist Alboury. Er ist gekommen, um den Leichnam seines Bruders zu fordern. Ein Mord an einem schwarzen Baustellenarbeiter, von dem keiner mehr etwas wissen will. Horn, der Baustellenleiter, versucht den Eindringling zu vertrösten, Ingenieur Cal möchte ihn am liebsten verjagen. Nur Léone, Horns Verlobte, sehnt sich nach dem Fremden. Mit Alboury dringt eine reale Gefahr in die Welt der Weißen – er wird zur Bedrohung ihrer „Safety-Zone“.

Koltès moderner Klassiker „Kampf des Negers und der Hunde“ ist ein Stück über die fest verwurzelte Angst in uns; Angst vor dem Fremden, Angst vor Veränderungen, Angst vor den Folgen des eigenen (Nicht-)Handelns. „Afrika“ wird zur Metapher dieser dunklen Bedrohung des Gesicherten. Und sie lauert überall jenseits des Stacheldrahts. Die eigentliche Kampfzone beginnt im Kopf.

  • Konzeption und Regie Petra Schönwald
  • Schauspiel Theo Helm, Elisabeth Nelhiebel, Abdirizak Ali Nuur, Benedikt Vyplel

Ein Kind unserer Zeit nach dem Roman von Ödön von Horváth

Mai 2016

Salzburger Erstaufführung
Koveranstaltung mit Max Pfnür

Ein Kind unserer Zeit
Foto (c) Mike Größinger

Ein anonym bleibender Mann in der Zwischenkriegszeit des 20. Jahrhunderts ist die Hauptperson dieser Romanadaption. Er ist arbeitslos und zieht wegen ideologischer Differenzen bei seinem Vater aus. Nun muss er betteln und ist auf die Wohlfahrt angewiesen. Sein Hass auf die schöne Jugendzeit seines Vaters und auf das gemütliche Leben Anderer steigt, und immer mehr identifiziert er sich mit den Ansichten des Nationalsozialismus; der Krieg, den er verherrlicht, gibt ihm, einem desillusionierten, egoistischen, unverschämten, radikalen und nicht mehr gläubigen Menschen, Hoffnung. Er will zum Militär, denn in der Uniform, so glaubt er, sei er stark und in der Truppe nicht mehr allein. Als er rekrutiert wird, erfüllt sich für ihn ein Traum. Über die Richtigkeit seiner Taten denkt er nicht nach, er meint „Denken bringt auf blöde Gedanken“.

Der Soldat steht stellvertretend für eine desorientierte Generation, konfrontiert mit vagen Zukunftsperspektiven, die sich als leicht verführbar zeigt. Demagogie und Populismus geben einfache Antworten auf schwierige Fragen und ermöglichen so Identität und Zugehörigkeit, die in den Dienst einer manipulativen Staatsmacht gestellt werden.
Auch im 21. Jahrhundert radikalisieren sich junge Menschen in allen Teilen der Welt. Wieder finden sie ihre Bestätigung, gestern wie heute, hier wie dort, in Ideologien, die Vertrauen, Abhängigkeiten und scheinbare Perspektiven kreieren.

  • Regie Georg Büttel
  • Schauspiel Max Pfnür

Bungee Jumping oder die Geschichte vom Goldenen Fisch von Jaan Tätte

10.–22.09.2016

Salzburger Erstaufführung.
Koveranstaltung mit theater.direkt

„Gier hat keine Kultur!“ Es war einmal: Osvald, ein einsamer Fischer in seiner Hütte. Und dann waren da noch Laura und Roland, ein junges, smartes Paar. Sie gingen in den Wald, es wurde auf einmal finster und auch so bitterkalt. Sie kamen an Osvalds Häuschen und fragten um ein Quartier...
Der wortkarge Eremit gewährt den beiden Stadtkindern Einlass und macht ihnen darauf ein fatales Angebot: Falls ihm die schöne Laura für diese Nacht überlassen wird, wird das Paar mit einem großen Schatz belohnt, den er kürzlich im Teich hinter der Hütte gefangen hat.

Will er die Liebe der beiden auf die Probe stellen? Ist er ein Träumer, der die Geschichte vom goldenen Fisch phantasiert oder einfach nur ein Verrückter, der sich in das Foto der badenden Nixe vernarrt hat? Oder ist er etwa Teil einer Gaunerbande, die ihre Beute dort zwischengelagert hat?

Mit viel Ironie und sarkastischem Witz und immer die Mittel des Theaters im Auge behaltend, erzählt der 1964 in Estland geborene Jaan Tätte in seinem Debütstück von den elementaren Lebenssegmenten: Liebe, Macht, Sex und Geld.

Der Titel des preisgekrönten Dramas „Bungee Jumping“ symbolisiert unsere extremen Gefühlspolarisierungen und wie wir in diesen – oftmals irrational – handeln. Der Text ist eine Collage aus nordischen Mythen, Märchen, Psychothriller und Horrorgeschichte. Er erinnert an Filme von Roman Polanski und an Aki Kaurismäki mit seinen unerwarteten Wendungen bis zum „Deus ex Machina“-Finale.

  • Dramaturgie und Inszenierung Michael Kolnberger
  • Ausstattung Arthur Zgubic
  • Schauspiel Elisabeth Nelhiebel, Anna Paumgartner, Jurij Diez, Wolfgang Kandler

LISA von Dominik Nießl

7.–21.12.2016

Uraufführung
Jugendtheaterstück
Koveranstaltung mit Es Theater

Dass sie immer mehr an Schlafstörungen leidet, kann am Stress liegen. Oder liegt es daran, dass sie in Lukas verliebt ist? Doch warum verhalten sich ihre KlassenkameradInnen plötzlich so seltsam? Und wieso fragt Lukas so viele Fragen? Lisa ist eigentlich eine fröhliche und gute Schülerin und freut sich, dass das neue Schuljahr wieder beginnt. Sie hat gleich am ersten Schultag Geburtstag, das war immer ein guter Start. Doch dieses Jahr ist alles irgendwie anders. Lukas macht sich immer mehr Sorgen um Lisa und möchte für sie da sein, doch seine Fürsorge scheint Lisa plötzlich abzulehnen. Irgendetwas stimmt da nicht.

„LISA“ ist das neue Jugendtheaterstück von Dominik Nießl, das von Gerard Es inszeniert wird. Das eigene Ich in der Blütephase seiner Entwicklung und der Einfluss des sozialen Umfelds stellen die zentralen Themen dieses Jugendstücks dar. Emotionsbetont, lebensnah und gleichsam abstrakt aufbereitet, behandelt dieses Stück das Thema „Mobbing“ und vereint die offene Realität mit der oft so verschlossenen Welt der Jugend.

Weitere Theater- und Tanzveranstaltungen 2016

„Krieg. Stell dir vor, er wäre hier.“ von Janne Teller
Koveranstaltung mit Theater MAZAB
Theaterstück, Wiederaufnahme
12.-14.01.2016
Schauspiel: Elisabeth Nelhiebel
Regie: Markus Steinwender

Try Outs
Tanztheater des Musischen Gymnasiums
21.-23.02.2016

Salzburger Performancetage 2016
In Kooperation mit tanzimpulse Salzburg
19.-23.03.2016

Bitte...Danke
Betteln, Armut und Ungleichheit. Wiederaufnahme aus 2015
Theaterstück für Kinder ab 6 Jahren
Von: Christian Sattlecker, Magdalena Kriss und Michaela Obermayr

because the night
Koveranstaltung mit SEAD – Salzburg Experimental Academy of Dance Salzburg
13.-15.06.2016

Sommerszene 16
Szene Salzburg
20.6.-3.7.2016

tanz_house festival 2016
Tanztheaterschwerpunkt
In Kooperation mit dem Verein tanz_house
17.-28.10.2016

Musik

Eine zweite wesentliche Säule im Programm stellt die Musik dar, hier kann die ARGEkultur eine einzigartige Bandbreite vorweisen.

Im Produktionsbereich steht die Neue Musik im Zentrum. 2016 werden wir die Neuproduktion „Der Rhythmus des Sterbens“ im Rahmen von stART, dem biennal stattfindenden Festival für aktuelle Musik, realisieren.

Im Veranstaltungsbereich wird die ARGEkultur 2016 bis zu 30 Konzertabende veranstalten. Eigenständige Formen der Popkultur, von analogen Singer-/SongwriterInnen bis hin zu elektronischen Beats, von klassischen Bands bis hin zu Solo-Abenden, die ARGEkultur trägt diesen Entwicklungen entschieden und unmittelbar Rechnung.

Die Veranstaltungsreihe Roter Salon ist die Musikreihe der ARGEkultur, welche besondere Einblicke in innovatives Musik-Schaffen gibt. Eine selbstbestimmte und zeitgemäße Interpretation musikalischer Traditionen und die Suche nach Neuem, führen zu zahlreichen einzigartigen Musikprojekten. Im kommenden Frühjahr feiern wir die 100. Ausgabe; an drei Abenden (Roter Salon Nr. 99 im April, Nr. 100 im Mai und Nr. 101 im Juni) zelebrieren wir diese außergewöhnliche Musikreihe, die seit 2007 die musikalische Visitenkarte der ARGEkultur ist.

Der regionalen Musikszene kommt bei dieser Zusammenstellung eine wichtige Rolle zu: Regelmäßige Veranstaltungen werden 2016 die neuen Reihen „stereofreezed“ und „b-side“ sein. Dazu kommen die bekannten Formate „Kollektiv Tanzbar“ und „Klub 77“. Diese Formate sind aufgrund engagierter regionaler VeranstalterInnen möglich und bilden einen bewussten, nicht-kommerziellen Rahmen für alternative Musikformen. Nicht zuletzt ist die elektronische Musik auch ein eigenständiger Teil im Workshop-Programm.

Glück allein dem Glücklichen
Proletenpassion 2015 ff • Foto (c) Wolfgang Lienbacher

Konzerte 2016 (Auswahl)

Der Nino aus Wien • Betty's Apartment (Roter Salon Nr. 98)

Elamboda

The Talisman Collection

Mono & Nikitaman

Folkshilfe

Ernst Molden • Willi Resetarits • Walther Soyka • Hannes Wirth

Kollegium Kalksburg

AVEC • Schmied's Puls (Roter Salon Nr. 99)

Dos Bastardos

Proletenpassion 2015 ff

Esteban's • A Life, A Song, A Cigarette (Roter Salon Nr. 100)

Mundwerkcrew

Attwenger

Schnipo Schranke • Eloui (Roter Salon Nr. 101)

Kabarett und Kleinkunst

Das Kabarettprogramm 2016 verspricht hochkarätige Abende mit anspruchsvoller Satire. Mit 17 neuen Programmen ist die ARGEkultur auch in diesem Jahr wieder Vorreiterin in Bezug auf aktuelles und politisches Kabarett. Höhepunkt ist das traditionelle MotzArt Kabarett Festival, das heuer zum 34. Mal stattfinden wird. Besondere Gäste sind in dieser Ausgabe die aktuelle Preisträgerin des Salzburger Stier aus Deutschland, Simone Solga, und der Tuba-Professor Andreas Hofmeir, der auch als Mitglied der bayerischen Band LaBrassBanda bekannt geworden ist.

Mit einigen Vorstellungen werden wir auch 2016 wieder zu Gast im republic sein, um eine größere Kapazität bespielen zu können. Das Studio der ARGEkultur wird Schauplatz der regelmäßigen Kabarett-Mixed-Show „Comedy im Pub“, der Wettbewerb zum Salzburger Nachwuchs-Kabarettpreis „Salzburger Sprössling“ wird 2016 zum zweiten Mal ausgetragen.

Kabarett 2016 (Auswahl)

maschek, Ludwig W. Müller, Wladimir Kaminer, Simone Solga, Andreas Hofmeir, Thomas Maurer, Sigi Zimmerschied, Luise Kinseher, Robert Palfrader & Florian Scheuba, Alfred Dorfer, Andrea Händler, Christoph & Lollo, Anna Mateur, Stefan Waghubinger, RaDeschnig, Gebrüder Moped, 200 Jahre Hektiker, Hannes Ringlstetter, Gunkl, Alfred Dorfer & Florian Scheuba, 6 Österreicher unter den ersten 5 von Dirk Stermann mit Nikolaus Habjan, Nico Semsrott, Gregor Seberg, Science Busters, Heilbutt&Rosen, Thomas Stipsits & Manuel Rubey

digital spring festival ARTIVISM

6.-13.03.2016

Nachdem sich das basics festival 2014 nach zehn Jahren Kooperationstätigkeit von ARGEkultur, der galerie5020 und dem Medienverein subnet in Zusammenarbeit mit dem Lehrgang MultiMediaArt der Fachhochschule Salzburg aufgelöst hat, wagen zwei der ehemaligen PartnerInnen einen Neuanfang. Ab dem Jahr 2016 will das von ARGEkultur und subnet neu gegründete „digital spring festival“ im biennalen Rhythmus Medienkunst in Salzburg anhand eines wechselnden Mottos präsentieren, thematisieren, erforschen, entdecken und produzieren.

Logo digital spring festival

Im Fokus soll dabei neue Medienkunst stehen, die zwar auch von klassischen Medien wie Fotografie oder Film sowie anderen Kunstformen beeinflusst sein kann, weiterhin neue Formen künstlerischen Ausdrucks erforscht, jedoch nicht mehr als Hauptzweck neue Technologien in den Vordergrund stellt, sondern ihre Inhalte. Digitale Kultur wird dann interessant, wenn Kunst sich neuer Technologien ganz selbstverständlich bedient, statt sie zu betonen, und sich auf das Gespräch konzentriert, das sie mit ihrer kulturellen Umgebung führt (Warren Neidich). Oder wie Inke Arns es definiert: Medienkunst schaut auf eine Welt, die durchdrungen ist von digitaler Technologie und fokussiert unsere Aufmerksamkeit darauf. Eine solche Medienkunst tut dies nicht auf spektakuläre Weise und ist selbst oft auch gar nicht zwingend digital, denn es sind nicht die (Medien-)Technologien an sich, die im Vordergrund stehen, sondern ihre Wirkungsweisen auf unser Verhalten. Diese Art von erweiterter, manchmal fast beiläufiger Medienkunst verzichtet mitunter gar auf den Einsatz technischer Medien und behält sich stattdessen für die Bewusstmachung der Rolle von Medien in unserem Alltag (und gegebenenfalls die Formulierung von Alternativen) die freie Wahl der Mittel vor. Die Medienkunst beginnt so, sich vom Zwang der Verwendung neuer Medien und neuer Technologien zu emanzipieren.

Die erste Ausgabe des digital spring festivals beschäftigt sich inhaltlich mit „ARTIVISM“ (Verschmelzung von Kunst „art“ und Aktivismus „activism“) und rückt die Möglichkeiten von Medienkunst in den Mittelpunkt, wenn es darum geht, auf Themen wie verfehlte Flüchtlingspolitik, rechte Vandalenakte, die Beschneidung der freien Meinungsäußerung und auf andere Diskriminierungen hinzuweisen. Wie kann die Zivilgesellschaft digitale Technologien nutzen, um gesellschaftliche und politische Veränderungen zu bewirken? Endet die Theorie auf der Straße, was kann digitaler Aktivismus ausdrücken und bewirken und wo liegen die Grenzen des (virtuellen) Systems?

Sowohl über diskursive wie künstlerische Programmpunkte soll die Auseinandersetzung mit dem Festival-Motto erfolgen; die künstlerischen Beiträge wurden via Open Call ermittelt und beschäftigen sich konkret mit Salzburg und seinen demokratischen Defiziten. Je nach Thema und Umfang des Projekts stehen bis zu 3.000 Euro an Fördergeld und Räumlichkeiten zur Verfügung.

Neben den PartnerInnen ARGEkultur (Festivalleitung) und subnet beteiligen sich der Salzburger Kunstverein, Kunst am Bau sowie das Toihaus am 1. digital spring festival.
Beteiligte KünstlerInnen und Projekte sind u.a. Refugee TV (aus Salzburg), Diana Arce (Berlin/Davenport) mit „Politaoke“ – Politischem Karaoke (www.politaoke.com) oder das Duo Victor Fleurot und Jan Stroetman aka „2084“, das einen Virtual Reality und Meme Creation Workshop abhalten wird; ebenso wird u. a. das Zentrum für Politische Schönheit, das durch Aktionen wie „Die Toten kommen“ internationales Aufsehen erregt hat, im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung in Kooperation mit dem Schwerpunkt Wissenschaft & Kunst - Zeitgenössische Kunst und Kulturproduktion, erstmals nach Salzburg kommen (www.politicalbeauty.de).

Festivalleitung digital spring: Cornelia Anhaus

Literatur

Poetry Slam

Seit 2009 ist die ARGEkultur die einzige regelmäßige Veranstalterin von monatlichen Poetry Slams in Salzburg. Poetry Slam ist die Ausdrucksform einer Generation von jungen, ambitionierten KünstlerInnen; ein Format, welches das ganze inhaltliche Spektrum der Literatur in einer einzigartigen Weise abbildet. Monat für Monat empfängt Slam-Master Ko Bylanzky SlammerInnen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum und diese erwartet ein stets ausverkauftes Haus.

Poetry Slam ist daher auch 2016 ein fester Bestandteil im Programm der ARGEkultur. Neben dem genannten monatlichen Poetry Slam, den wir im kommenden Jahr aufgrund der großen Nachfrage auch im Saal anbieten werden, kommen weitere Elemente hinzu: Für die NewcomerInnen der Poetry Slam Szene veranstalten wir zwei Mal pro Jahr den Salzburger U-20 Slam, um noch unerfahrenen TeilnehmerInnen professionelle Bühnenerfahrung zu ermöglichen. Im Rahmen des Open Mind Festivals ist zudem erstmals ein „Deaf Slam“ mit Gebärdensprach-PoetInnen geplant.

Kritische Literaturtage Salzburg 2016

Nach der ersten Ausgabe 2015 werden wir auch im Dezember 2016 die Kritischen Literaturtage in Salzburg veranstalten. Die ARGEkultur wird vom 2. bis 4.12.2016 bis zu 40 Verlagen die Möglichkeit geben, neue kritische und politische Literatur zu präsentieren. Dazu gibt es ein umfangreiches Lesungs- und Kulturprogramm. Der Eintritt für die BesucherInnen ist frei.

Weitere Programmpunkte

Der Salzburger Schriftsteller Christian Müller veranstaltet gemeinsam mit der ARGEkultur monatliche Textgespräche, um der regionalen Literaturszene ein Angebot zur künstlerischen Weiterentwicklung zu geben. Im April 2016 gibt es die Texttage mit GastlektorInnen auch als Workshop-Format.

Im Rahmen einer Kooperation mit der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen wird die deutsche Autorin Jutta Ditfurth am 21. März 2016 in Salzburg zu Gast sein.

Weiters sind einzelne Lesungen z. B. mit Stefanie Sargnagel am 26. April geplant.

Workshops und Kulturvermittlung

Es entspricht dem Selbstverständnis der ARGEkultur, dass die Vermittlung von kulturellem Bewusstsein, kreativem Denken und künstlerischen Techniken einen wesentlichen Stellenwert in unserem Aufgabenbereich hat. Die Kulturvermittlung umfasst Workshops und Kurse, Einführungen, Vorträge und Diskussionsangebote zu einzelnen Veranstaltungen sowie Kooperationen im Bereich der Kulturvermittlung mit PartnerInnen aus der Zivilgesellschaft.

Bis zu 100 Workshops veranstaltet die ARGEkultur jährlich. Die Vermittlung von Form und Technik, die praktische Auseinandersetzung mit Inhalten sowie die kreative Förderung in freien Strukturen des Lernens sind besonders geeignet, um die Werte zeitgenössischer Kunst und Kultur zu vermitteln.

Weitergeführt wird im kommenden Jahr die „VOLXtheaterwerkstatt“ in Kooperation mit dem Theater ecce. Dabei werden (sozial oder körperlich) beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte DarstellerInnen gemeinsam an dem Projekt „Hafen der gestrandeten Sehnsüchte“ arbeiten, welches im Mai 2016 als Theaterstück aufgeführt wird.

Ebenfalls fortsetzen werden wir das umfangreiche Workshop-Programm mit der Arbeiterkammer Salzburg. In verschiedenen Modulen werden Jugendliche dabei mit künstlerischen Methoden auf den Berufsalltag vorbereitet und lernen dabei, wie man sich partizipativ in Prozesse einbringen kann.

Für Kinder ab 6 Jahren veranstaltet die ARGEkultur in der Osterwoche die Kinderkulturwoche, die sich in acht verschiedenen Workshops mit der Geschichte des Kinderbuchklassikers „Die dumme Augustine“ beschäftigt.

Weiterhin bieten wir auch kostenlose Jugendkulturworkshops in den Bereichen DJing, Streetdance und Poetry Slam an.

Kinderkulturwoche
Kinderkulturwoche • Foto (c) Wolfgang Lienbacher

Workshops finden sich auch als Bestandteile des Open Mind Festivals oder diverser Medienkunstangebote, d. h. in den zentralen inhaltlichen Schwerpunkten.

Das partizipative Präsentationsformat „Pecha Kucha“ zielt ebenfalls auf einen aktiven Wissensaustausch und Kulturvermittlung ab. Für diesen nicht-kommerziellen Workshop- und Jugendkulturanteil wendet die ARGEkultur auch einen wesentlichen Anteil der zur Verfügung stehenden Mittel auf.

Dazu nutzen zahlreiche VeranstalterInnen die ARGEkultur ganzjährig als Ort für Kulturvermittlungsangebote, so dass der Gesamtumfang der Workshops einen wesentlichen Teil der Aktivitäten und der Identität unseres Kulturzentrums darstellt.